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Waiblingen Brand in Querspange: Radiologe hat Glück im Unglück

Waiblingen. Es war ein Hängen und Bangen mit einigermaßen glücklichem Ausgang. Nach dem Brand in der Querspange war es zehn Tage lang ungewiss, ob Rauch, Hitze oder Löschwasser die empfindlichen Geräte der radiologischen Praxis zerstört hatten. Anfang der Woche wurde der Strom wieder hochgefahren. Seit Mittwoch weiß Hansjörg Rempp, dass er mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Am Montag kann er die Praxis wiedereröffnen.

Zwei Tage nach dem Brand war der erste Rundgang durch die Praxis ziemlich erschütternd. Das Feuer hatte das Verwaltungszimmer und den Personalraum schwer verwüstet – beides Räume an der Seite des Gebäudes, an der die Flammen hochgeschossen waren. Die Fenster waren zerbrochen, der Verwaltungsraum mit seiner digitalen Werkstation total ausgebrannt, wobei die Daten glücklicherweise alle gesichert waren. Verraucht waren die Räume, verrußt Wände und Böden, während sich in der abgehängten Spanndecke das Löschwasser gesammelt hatte. Noch in der Nacht des Brandes hatte die Feuerwehr das Wasser vorsichtig abgelassen, nachdem sie zuvor die hochempfindlichen Untersuchungsgeräte abgedeckt hatte. Rein optisch waren die Röntgengeräte, das Mammografiegerät und der Computertomograf unbeschädigt. Ob die Apparate aber durch die Hitze, Wasser oder den Stromausfall zu Schaden gekommen waren, konnte zunächst keiner sagen.

Die Techniker waren erst wenig optimistisch

Anfang dieser Woche wurde der Strom dann sukzessive wieder angestellt, die Techniker von Siemens kamen ins Haus. Die hätten zuerst wenig optimistisch ausgesehen und betont, wie gefährlich Rauch und Wasser seien, berichtet Hansjörg Rempp. „Am Mittwochabend war’s dann aber klar: Die Geräte funktionieren.“ Die Erleichterung ist ihm immer noch anzumerken. Das digitale Röntgengerät, das den Aussagen des Technikers zufolge eigentlich sehr sensibel auf Rauch reagiert: Es hat nichts abbekommen. Der Computertomograf, der allein 240 000 Euro kostet: Er funktioniert. Ebenso wie das Mammografiegerät. Und die Einkopfgammakamera, bei der den Patienten eine radioaktiv markierte Substanz gespritzt wird, bevor Aufnahmen gemacht werden. Dass der radioaktive Bereich abgestellt war, war ein Glück, sagt Hansjörg Rempp. Bereits während des Brandes war die Strahlenschutzeinheit der Feuerwehr vorsorglich tätig geworden, da im betroffenen Gebäudeteil eben auch die Röntgenpraxis untergebracht ist. Die Messungen hatten aber keine Umgebungsbelastung ergeben.

Noch wird geschrubbt

Noch wird in der Praxis geputzt, geschrubbt und gescheuert. Sieben Personen beseitigen mit Spezialreinigungsmitteln derzeit die letzten Spuren des Feuers. Bei einem Teil der Decken ist es mit Saubermachen nicht getan – sie müssen erneuert werden. Wie hoch der Schaden in der Praxis ist, kann der Mediziner noch nicht beziffern. „Allein die Ausfalltage schlagen zu Buche“, sagt er. Die Geräte seien teuer, deren Auslastung deshalb besonders wichtig. „Aber die Geräte sind in Ordnung“, wiederholt er erleichtert. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.“ Froh werden auch die Patienten sein, deren Untersuchungen aufgeschoben wurden. „Wir haben unheimlich viele Anrufe bekommen von Leuten, die wissen wollten, wann die Praxis wieder aufmacht“, berichtet Rempp. Am Montag um acht Uhr geht’s wieder los, die Termine sollen nachgeholt werden.

Die Praxis hat er erst vor einem Jahr übernommen

Erst vor einem Jahr hatte Hansjörg Rempp zusammen mit dem Nuklearmediziner Professor Claussen die Praxis von Mohamed Hamdy übernommen. Beide waren zuvor an der Universitätsklinik Tübingen tätig. Die Praxis in der Querspange soll stufenweise um- und ausgebaut werden. Zum Jahreswechsel soll ein MRT-Gerät dazukommen.

 

 

 

 

 

 

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