">

Waiblingen Doch kein Biergarten im Ameisenbühl

Ein Bild aus besseren Tagen: Damals hatte Jens Täuber noch geplant, in Waiblingen eine Biergaststätte zu bauen. Foto: Büttner/ZVW

Waiblingen. Im Sommer wollte er mit dem Bau beginnen, nun hat Jens Täuber seine Pläne begraben: Die Wichtel-Brauereigaststätte und der Biergarten am Ameisenbühl kommen nicht. Zu groß sind laut Täuber die Probleme seines Biergartens in Esslingen, als dass er ein weiteres Großprojekt stemmen könnte. Zweieinhalb Jahre nachdem Rainer und Claudia Grüninger ihre Blumen-Oase aufgegeben und den größten Teil des Areals an Täuber verkauft haben, steht das Grundstück wieder zum Verkauf.

Die Idee klang bestechend: Wo früher Blumen und Gemüse verkauft wurden, wollte Täuber eine Wichtel-Brauereigaststätte mit einem Biergarten eröffnen. Die erforderlichen Gutachten waren erstellt, sein Baugesuch schien unproblematisch und war fast in trockenen Tüchern. Mit dem Baustart wollte sich Jens Täuber allerdings ausdrücklich Zeit lassen, um sicherzugehen, dass sein jüngstes Kind, eine Wichtel-Brauereigaststätte in Esslingen, gut aus den Startlöchern kommt. Eins nach dem anderen, hatte der Unternehmer bei einem Gespräch mit der WKZ im September vorsichtig angekündigt: „Ich will warten, bis es in Esslingen funktioniert.“

In Esslingen läuft es nur schleppend

Nun hat es sich gezeigt: Es läuft schlecht. Am 1. Oktober hatte der Ableger auf dem gepachteten Hengstenberg-Areal gestartet, in das der Unternehmer knapp 1,3 Millionen Euro investiert hatte. Doch während die Besucher in die Wichtel-Gaststätten in Ditzingen, Feuerbach und Böblingen in Scharen strömen, läuft es laut Täuber in der Esslinger Dependance nur schleppend.

„Ich stoße finanziell aber an meine Grenzen“

Einen „brutalen Start“ müsse er in Esslingen verkraften, schwarze Zahlen seien dort noch lange nicht in Sicht. Angesichts dessen könne er in Waiblingen keinen weiteren großen Brocken stemmen. Was schon deshalb sehr schade sei, weil er viel Geld in die erforderlichen Gutachten und das Baugesuch investiert habe. „Ich stoße finanziell aber an meine Grenzen“, sagt der Unternehmer. „Wir werden das Projekt deshalb nicht verwirklichen.“

Standort eignet sich für Gastronomie

Seit vergangener Woche ist das Grundstück für 1,1 Millionen Euro wieder in Händen der Volksbank. Diese hat in Abstimmung mit Jens Täuber einen Makler eingeschaltet. „Wir arbeiten eng mit der Stadt zusammen“, sagt Volksbank-Immobilienberater Thomas Haupt. Der Standort nahe dem Bahnhof sei besonders gut, eine gastronomische Nutzung fände auch er ideal. Er werde sich dafür einsetzen, einen Investor mit möglichst vergleichbaren Plänen zu finden, kündigt der Immobilienberater an. Bisher seien von dem Objekt vorgemerkte Kunden unterrichtet worden. Mit Bedauern hat der städtische Wirtschaftsförderer Marc Funk Täubers Rückzug zur Kenntnis genommen, zumal er die Perspektiven für das Projekt als gut eingeschätzt hatte.

Auch Büros sind auf dem Grundstück denkbar

„Ich war sehr überrascht von der Entscheidung“, sagt Funk. Vielleicht gebe es ja doch noch jemanden, der das Biergarten-Konzept umsetzen will, aber auch andere Bereiche wie Dienstleister kann sich Funk auf dem Grundstück vorstellen. Auf dem gegenüberliegenden Bauplatz entsteht ein Bürogebäude, etwas Ähnliches ist für Funk auch auf dem ehemaligen Grüninger-Areal gut denkbar. Ausgeschlossen ist dort zentrenrelevanter Einzelhandel wie Lebensmittelmärkte, Drogerien, Textilien und Buchhandel. Solche zentrenrelevanten Sortimente sollen auf die Innenstadt beschränkt bleiben, um dort die Nahversorgung zu sichern und das Ausbluten der Innenstadt zu verhindern.

Entscheidung sei Täuber nicht leicht gefallen

Am Sondieren ist derzeit auch Jens Täuber. Bis Sommer, spätestens Herbst, rechnet der Unternehmer mit Bewegung auf dem ehemaligen Gärtnereigelände. Leichtgefallen sei ihm die Entscheidung nicht, betont er. Inzwischen sei das Grundstück aber seit fast drei Jahren unbebaut. „Nochmals warten macht keinen Sinn.“

Blumen-Oase

Im August 2014 haben Rainer und Claudia Grüninger den Vertrag mit dem neuen Besitzer, Jens Täuber von der Hausbrauerei Wichtel, unterschrieben. Anfang 2014 schlossen sie ihre Blumen-Oase. 29 Ar und damit der größte Teil des Areals wurden verkauft.

Insgesamt 3,5 Millionen Euro wollte Jens Täuber investieren. Zu den Grundstückskosten wären die fürs Gebäude und das Inventar – inklusive Braukessel und Tanks gekommen.

  • Bewertung
    11
 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!