Waiblingen Live Performances in acht Lokalen

Jürgen Gröner, 18.03.2017 23:50 Uhr
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1x Eintritt = 8x Live Bands, die Live-Nacht in Waiblingen. Foto: Benjamin Beytekin
1x Eintritt = 8x Live Bands, die Live-Nacht in Waiblingen.Foto: Benjamin Beytekin

Waiblingen. Mit acht Bands in sieben Lokalen ging am Samstag die fünfte Runde der Live-Nächte in Waiblingen ins Rennen. Von 21 bis 1 Uhr wurde gerockt, was das Zeug hielt. Wer dann noch nicht genug hatte, konnte sich in drei Lokalitäten bei einer der Partys bis zum Morgengrauen die Nacht um die Ohren schlagen. Voll war’s in den Kneipen, von Menschenmassen, die nomadisierend durch die Altstadt zogen, gab’s indes keine Spur.

Sieben Locations! Wo soll man anfangen, wo den Absacker trinken? Ich mache mir einen Plan und stürze mich ins Getümmel. Meine erste Station führt mich ins Café Klatsch, einen langen Schlauch mit obligatorischer Theke. Im hinteren Bereich Spielautomaten, deren Gäste sich wenig darum kümmern, dass derweil Paulo im Eingangsbereich Tracy Chapman’s „Talkin’ bout a Revolution“ zu intonieren versucht.

Es wird viel geredet, die Musik eher als Tapete wahrgenommen, von einem Publikum um die 30. In der Ecke eine ältere Dame. Sie verkehre ohnedies häufiger in dem Lokal, erzählt sie. Wegen der Musik sei sie nicht extra gekommen. Ich bestelle einen Kaffee. Der viele Zucker im Kaffee sei ungesund, versucht mir die Dame zu erklären, während sie genüsslich an ihrer Zigarette zieht.

Après-Ski-Hits mit der „Firma Holunder“

Eine Ecke weiter, im CBC am alten Postplatz, versucht derweil die Band „Firma Holunder“, die Stimmung im Lokal anzuheizen. Immerhin scheinen die drei Musiker mit einschlägigen Après-Ski-Party-Hits zwischen Luxemburg und Ischgl ein erfolgreiches Geschäftsmodell gefunden zu haben. Auf der Tanzfläche des CBC tummelt sich hingegen lediglich ein einzelnes Paar. Gleichwohl ist die Stimmung, wie auch in den anderen meist gut besuchten Lokalen, fröhlich, wenn auch nicht gerade überschwänglich.

Auf dem weiteren Weg in die Altstadt komme ich am Bistro Eins, einer typischen Eckkneipe in der Hadergasse, vorbei. „Heute Karaoke“ verkündet ein Schild am Eingang, während „Purple Rain“ von Prince nach außen dringt, und ich eintrete. Eher familiär geht es hier zu. Man kennt sich und hält seiner Stammkneipe die Treue. Und das außer Konkurrenz, ganz ohne Eintrittsbändel, einfach nur so!

„Waiblingen, seid ihr gut drauf?" 

In der Brasserie Sonne sind gleich zwei Auftritte angesagt. Während im Erdgeschoss Eddy Danco, der sich dem Irish & Scottish Folk verschrieben hat, gerade Pause macht, heizt im darunterliegenden Gewölbekeller „Harlem Express“ mit einer deutlich soulgefärbteren Performance mächtig ein.

Das Gleiche will dem Duo Sauvage mit seiner an Reggae und Calypso orientierten Musik in der Turmbar noch nicht so recht gelingen, obwohl Sängerin Lee ihr Bestes gibt. Da gleicht die Frage: „Waiblingen, seid ihr gut drauf? Wollt ihr mehr?“ schon eher einer Beschwörungsformel.

Gedränge in Bobby's Irishpub

Eher Gedränge herrscht in Bobby’s Irishpub. Auch hier ein langer Schlauch, der in der Mitte des Lokals um die Ecke biegt und an dessen Ende die Band „Live Rocking Five“ die Musik der 70er Jahre zu beschwören versucht. Das kommt auch bei einem gesetzteren Publikum gut an. In der Ecke verteidigen mehrere ältere Herrschaften wacker ihren Platz am Stammtisch, die Musik nicht nur billigend in Kauf nehmend.

Ich erobere mir einen Platz an der Theke. Neben mir eine Besucherin, die nicht nur wegen der Musik gekommen ist. Als Sängerin im Bittenfelder Gospelchor hat sie ein Faible für diese Art von Musik, erzählt sie, „und für das Guinness-Bier, das es hier gibt!“

Easy listening in der "Teneria"

Eng geht es auch in der „Teneria“ am Bädertörle zu, auch wenn das Publikum dort etwas distinguierter zu sein scheint. Hier werden Raucher zur Freude der nicht rauchenden Gäste auf die Terrasse verwiesen und die Besucher darum gebeten, nächtliche Ruhestörung zu vermeiden.

Mit reichlicher Verspätung beginnt denn auch das Musikprogramm. Da hat der erste Stoßtrupp bereits dem zweiten Platz gemacht. Alex Papa, renommierter Percussionist mit griechischen Wurzeln weiß, was er seinem Publikum schuldig ist.

Wo andere auf die Unterstützung durch allerlei Elektronik angewiesen sind, überzeugt Alex Papa durch handgemachte Musik am einzigen realen Drumset des Abends. Zusammen mit seinem Duo-Partner Wesley Dasilva nimmt er seine Fans mit auf einen Streifzug durch die Musik Brasiliens. Easy listening!

Als Highlight angekündigt war auch das Duo des aus Barbados stammenden Gitarristen und Sängers John Noville, das in der Iguana Bar seinen Auftritt hat. Auch hier geht es eng zu, und die Mischung aus Reggae, Latin und Soul versetzt Arme und Beine der Besucher unwillkürlich in rhythmische Bewegung. Es sei schon deutlich voller als an anderen Samstagen, lässt mich eine der eifrigen Bedienungen wissen. Vor allem gäbe es aber deutlich mehr Durchlaufpublikum.

Es geht weiter

  • Die Live-Nacht in Waiblingen war die erste in einer Folge von Veranstaltungen in verschiedenen Städten der Region.
  • Kommenden Samstag besteht die Möglichkeit, die Live-Nacht in Ludwigsburg zu erleben. Alle weiteren Termine finden Sie unter www.live-nacht.de
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