Waiblingen Roland Eisele ist neuer Polizeipräsident

ZVW , 08.03.2016 11:01 Uhr
Roland Eisele ist neuer Chef im Polizeipräsidium Aalen.  Foto: Pressestelle Innenministerium
Roland Eisele ist neuer Chef im Polizeipräsidium Aalen. Foto: Pressestelle Innenministerium

Waiblingen / Aalen. Roland Eisele heißt der neue Chef des Polizeipräsidiums Aalen. Der 58-Jährige übernimmt den seit Sommer vakanten Präsidentenposten und tritt damit die Nachfolge von Ralf Michelfelder an, der seit August Chef des Landeskriminalamtes ist.

Eisele ist in vieler Hinsicht eine logische Wahl: Seit seinem Eintritt in den Polizeidienst 1976 hat er eine Vielzahl von Schlüsselpositionen im baden-württembergischen Polizei-Apparat bekleidet. Nach Führungsaufgaben bei der Polizeidirektion Böblingen war er von 2001 bis 2006 Chef des Lagezentrums im Landes-Innenministerium: Hier, in der organisatorischen Herzkammer der baden-württembergischen Polizei, werden rund um die Uhr Informationen zusammengetragen, eingeordnet, weiterverteilt. Nur ein Beispiel: Wenn irgendwo wegen einer Großlage die örtlichen Kapazitäten nicht ausreichen, ordert das Lagezentrum Verstärkung aus ganz Baden-Württemberg oder auch aus anderen Bundesländern.

Ende 2006 wurde Eisele Leiter der Polizeidirektion Heilbronn. Er war nur wenige Monate im Amt, als am 25. April 2007 auf der Heilbronner Theresienweise die Polizistin Michele Kiesewetter erschossen wurde. Vier Wochen nach der Tat hatte die von Eisele umgehend installierte Sonderkommission „Parkplatz“ eine heiße Spur: einen DNA-Fund; er stammte von einer unbekannten weiblichen Person. „Abgekürzt haben wir sie UWP.“ Die Presse allerdings schrieb bald vom „Phantom von Heilbronn“.

Denn Rätsel über Rätsel warf diese Spur auf: An mehr als 40 Tatorten quer durch die Republik und gar in Österreich und Frankreich fanden Ermittler den genetischen Fingerabdruck derselben Person. Fünf Sonderkommissionen, sechs Staatsanwaltschaften und Polizisten in drei Staaten arbeiteten sich an der offenbar ungewöhnlich mobilen und irritierend vielseitigen UWP ab: Professionell abgebrüht hatte sie in Heilbronn gemordet – und gleichzeitig sollte sie verantwortlich sein für diverse banale Einbrüche in Garten- und Schulhäuser? Im Frühjahr 2009 wurde das Rätsel gelüftet: Die Wattestäbchen, mit denen die Kriminaltechniker gearbeitet hatten, waren schon ab Werk verunreinigt gewesen – die DNA stammte nicht von den Tatorten, nicht von einer Verbrecherin, sondern von einer Fabrik-Arbeiterin, die beim Abpacken irrtümlich mit der Ware in Berührung gekommen war. Im November 2011 offenbarte sich: Vermutlich steckt der Nationalsozialistische Untergrund, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, hinter dem Mord an der Polizistin.

Bis Ende 2013 leitete Eisele die PD Heilbronn. Im Zuge der Polizeireform wechselte er 2014 zum neu geschaffenen Polizeipräsidium Ludwigsburg, wo er zunächst Leiter des Führungs- und Einsatzstabes, dann Vize-Präsident wurde. Der Chefposten in Aalen ist nun die späte Krönung einer ereignisreichen Laufbahn.

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