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Waiblingen Stihl investiert 90 Millionen Euro in Waiblingen

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Waiblingen. Nur wenn der ökologische Weg auch ökonomisch erfolgreich ist, wird er weltweit zu einem Vorbild. Das neue Entwicklungszentrum der Stihl-Gruppe in Neustadt für Akku- und Elektrogeräte biete beste Voraussetzungen, High Tech, Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag in Waiblingen.

Stihl stehe weltweit an der Spitze seiner Branche, sagte Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender des Beirates und Aufsichtsrates der Stihl-Holding, am Freitag bei der Einweihung der Produktionslogistik und des Entwicklungszentrums. „Damit das so bleibt, feiern wir heute eine Investition von insgesamt 90 Millionen Euro an unserem Stammsitz in Waiblingen. Eine Investition in die Stärkung unserer Kernkompetenzen.“

Stihl zeichne sich durch seine Fähigkeit zur Innovation und durch die Qualität seiner Produkte aus. In der nunmehr 90-jähigen Geschichte habe das Familienunternehmen immer wieder Technikgeschichte geschrieben, wies Nikolas Stihl vor mehr als 200 Gästen auf seinen Großvater und Firmengründer Andreas Stihl hin. Er habe „durch Kreativität und Offenheit für Neues im Wettbewerb oft die Nase vorn gehabt“. Auch in Zukunft setze Stihl auf den Ideenreichtum an seinem Stammsitz. Mit den Investitionen bekenne sich das Unternehmen klar zum Stammsitz Waiblingen. „Hier liegen unsere Wurzeln, hier konzentrieren wir auch weiterhin unsere Entwicklung und die Produktion von Profigeräten.“

In einer Videobotschaft wünschte Bundeskanzlerin Angela Merkel der Firma Stihl auch weiterhin eine glückliche Hand. Es reiche nicht, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sagte Merkel. Die Investitionen in das neue Entwicklungszentrum und in die Produktionslogistik setzten ein Zeichen, dass das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeiten erhalten wolle. Bundeskanzlerin Merkel hatte kurzfristig ihren Besuch abgesagt, um den Flüchtlings-Sondergipfel der EU mit der Türkei vorzubereiten. Aus der baden-württembergischen CDU hat es in Anbetracht der schlechten Umfragewerte jedoch auch erhebliche Bedenken gegeben, dass sich Merkel eine Woche vor den Landtagswahlen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt, der sie bei ihrer in der Union umstrittenen Flüchtlingspolitik ausdrücklich unterstützt.

„Stihl steht auch weiterhin für Spitzenqualität“

Als grünen Ministerpräsidenten freue es ihn ganz besonders, dass Stihl, der baden-württembergische Weltmarktführer für Motorsägen und -geräte, mit dem Slogan werbe „In der Natur zu Hause“. Mit der 90-Millionen-Euro-Investition stärke Stihl den Forschungs- und Entwicklungsstandort Baden-Württemberg. „Stihl steht auch weiterhin für Spitzenqualität.“

Kretschmann lobte den Mut, hier am Standort Baden-Württemberg zu investieren und darüber hinaus die Arbeitsplätze bis 2020 zu garantieren. Der Beschäftigungssicherungsvertrag mit dem Betriebsrat mache seinen Respekt und seine Anerkennung umso größer. „Sie ermutigen auch andere Unternehmen, am Standort Baden-Württemberg zu investieren.“

Diese Wettbewerbsfähigkeit baden-württembergischer Unternehmen zeichne sich zum einen durch Qualität, zum anderen durch Produktivität aus, sagte Kretschmann mit Blick auf die moderne Produktionslogistik bei Stihl, bei der Mensch und Roboter intelligent zusammenarbeiten. Stichwort: Industrie 4.0. Der Wettbewerb auf dem Weltmarkt drehe sich immer mehr um Innovation. Mit einem Anteil von fünf Prozent am Bruttosozialprodukt gebe kein Land mehr für Forschung und Entwicklung aus als Baden-Württemberg.

Das Land investiere aber nicht nur in Forschung, sondern auch in die Infrastruktur, wies Kretschmann auf jährlich rund 170 Millionen Euro hin, die für Landesstraßen ausgegeben werden. Erhalt stehe im Vordergrund. Doch auch die Ausgaben für Aus- und Neubau seien höher als unter den Vorgängerregierungen, schaltete Kretschmann kurz in den Wahlkampfmodus. Die Verkehrsprobleme ließen sich jedoch nicht nur mit neuen Straßen lösen, sagte Kretschmann und fordert, „mehr Intelligenz in die Verkehrssysteme zu bringen und die Verkehrsträger zu vernetzen“.

„Stihl ist ein Aushängeschild für unser Land“, stellte Kretschmann fest. Mit dem Entwicklungszentrum für Akku- und Elektrogeräte setze sich das Unternehmen an die Spitze des Fortschritts. Auch China setze aufgrund seiner Umweltprobleme verstärkt auf „green technology“, habe er auf seinen Reisen mit Wirtschaftsdelegationen erfahren. Die Produktion von nachhaltigen Gütern sei der baden-württembergische Weg. Umweltfreundliche Produkte und Technologien würden zunehmend zu einem Erfolgsfaktor. Das Entwicklungszentrum schaffe beste Voraussetzungen, High Tech, Ökologie und Ökonomie zu verbinden.

90 Millionen Euro

Die Stihl-Gruppe hat am Freitag in Waiblingen-Neustadt die Erweiterung des Entwicklungszentrums und den Neubau der Produktionslogistik eingeweiht. Insgesamt wurden rund 90 Millionen Euro investiert. Im Entwicklungszentrum (32 Millionen Euro) mit einer Bruttogeschossfläche von 12 600 Quadratmeter befindet sich das Kompetenzzentrum für Akku-Technologie und Elektro-Antriebe.

Die hochautomatisierte Produktionslogistik (49 Millionen Euro) weist eine Fläche von 14 750 Quadratmeter auf. Dazu gehört ein Hochregallager mit 19 600 Palettenstellplätzen sowie Behälterlager mit über 32 000 Tablarstellplätzen, ein fahrerloses Transportsystem (Montagelogistik) und automatisierte Montageversorgung. Eine Fotovoltaikanlage bringt 400 000 Kilowattstunden pro Jahr, was dem Verbrauch von 100 Einfamilienhäusern entspricht.

Ferner investierte Stihl vier Millionen Euro in ein Blockheizkraftwerk und neun Millionen Euro in Erschließung, Straßen und einen neuen Mitarbeiterparkplatz.

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