Waiblingen Zehn Tipps, wie Sie Unwetter meistern

Bernd Klopfer, 20.01.2016 00:00 Uhr
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Symbolbild: Schweres Unwetter über Waiblingen und Weinstadt. Foto: Büttner / ZVW
Symbolbild: Schweres Unwetter über Waiblingen und Weinstadt.Foto: Büttner / ZVW

Weinstadt. Sturm und Starkregen, Hagel und Hochwasser: Darauf muss nicht nur die Feuerwehr vorbereitet sein, sondern auch der Bürger – insbesondere der Hausbesitzer. Wie verhalte ich mich richtig? Woher beziehe ich gute Informationen? Und wann kostet ein Feuerwehreinsatz eigentlich Geld? Die Weinstädter Wehr klärt auf.

Unsere Zeitung hat bei der Weinstädter Wehr um Tipps gebeten, wie sich insbesondere Hausbesitzer bei Unwettern verhalten sollten. Herausgekommen sind zehn Ratschläge, die jeder beherzigen kann.

Durch gute Vorsorge kann viel Schaden vermieden werden

  1. Bei Elektroanlagen sollte jeder Eigentümer den Einbau von Schutzmaßnahmen erwägen, um bei einem Unwetter eine Überspannung zu vermeiden. Fehlerstromschutzeinrichtungen lassen sich jederzeit nachrüsten. Einfach mal bei Fachbetrieben des Elektrohandwerks nachfragen.
     
  2. Vor einem Unwetter kann jeder Eigentümer seinen Zählerkasten und seinen Hausanschluss überflutungssicher anlegen. Wichtige Dokumente, auf die Sie nicht verzichten können, sollten auch nicht unbedingt im Keller lagern.
     
  3. Überprüfen Sie bei drohendem Hochwasser, ob Sie überflutungsgefährdete Stockwerke respektive den Keller durchs Herausnehmen von Sicherungen stromlos schalten können.
     
  4. Wenn ein Gewitter heranzieht, sollten Sie am besten alle Elektrogeräte ausstecken. Vergessen Sie dabei nicht Ihr Telefon oder Ihren Internetrouter. Gleichzeitig sollten Sie eine Taschenlampe vorrätig haben – natürlich mit möglichst neuen Batterien.
     
  5. Pflegen Sie Ihre Bäume. Sonst droht die Gefahr, dass nach einem Unwetter oder starkem Schneefall plötzlich ein Ast brüchig wird. Immer wieder muss die Feuerwehr in Weinstadt anrücken, um solche Äste abzusägen, damit sie Spaziergänger nicht verletzen. Der Schnaiter Abteilungskommandant Bruno Zimmerle kann sich an einen Einsatz im vergangenen November zwischen Baach und Schnait erinnern, bei dem sie bei einem Baum tätig werden mussten, der an einer beliebten Radfahrer- und Joggingstrecke liegt. Kommt in solchen Fällen die Kettensäge zum Einsatz, muss die Feuerwehr mit dem Drehleiterfahrzeug anrücken. Eine Anhängeleiter wäre in dem Fall sogar ausdrücklich nicht erlaubt.
     
  6. Haben Sie einen Heizöltank im Keller? Oder lagern Sie sonstige Substanzen, die das Grundwasser gefährden? Dann achten Sie bei einer Überflutung unbedingt darauf, ob zum Beispiel Heizöl aus dem Tank austritt – und informieren Sie im Ernstfall sofort die Feuerwehr. Es gehört zu ihren Pflichtaufgaben, hier zu helfen. Allerdings muss die Feuerwehr nur dafür sorgen, dass die unmittelbare Gefahr beseitigt wird. Sprich: Niemand kann einen Rundumservice verlangen und darauf pochen, dass der komplette Keller leergepumpt wird.
     
  7. Betreten Sie niemals einfach so überflutete Keller. Wenn es dumm läuft, bekommen Sie einen Stromschlag und sind tot. Denn von dort eingesteckten Elektrogeräten oder Steckdosen kann eine beträchtliche Gefahr ausgehen. „Das ist nicht zu unterschätzen – deswegen schließen Sie Ihren Föhn zu Hause auch nicht in der Badewanne an“, sagt der Weinstädter Feuerwehrsprecher Tim Maier.
     
  8. Elektrische Geräte sollten Sie nur in Betrieb nehmen, wenn diese nicht feucht geworden sind. Falls Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie einen Fachmann ranlassen. Hier gilt: Lieber ein wenig Geld ausgeben, als sein Leben riskieren.
     
  9. Gehen Sie nicht davon aus, dass jeder Feuerwehreinsatz kostenlos ist. Das ist nur der Fall, wenn eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht. Vollgelaufene Keller in Privathäusern, vom Hagel zerschlagene Dachfenster oder umgestürzte Bäume sind natürlich für den Einzelnen unheimlich ärgerlich – aber es ist keine Pflichtaufgabe der Feuerwehr, hier zu helfen. Tut sie es dennoch, ohne dass ein öffentlicher Notstand herrscht, kann die Kommune einen Kostenbescheid verschicken – und dann wird es richtig teuer.

Bevor Sie nach einem Unwetter Schäden in Ihrem Garten oder Ihrem Haus beseitigen, sollten Sie diese erst mal dokumentieren – denn das ist wichtig, um gegenüber Ihrer Versicherung gute Karten zu haben.

Gefahrenkarten

Als im Mai 2008 ein schweres Unwetter Weinstadt heimsuchte, waren unter anderem das Strümpfelbacher Freibad, die Ortsmitte von Endersbach und die Schnaiter Mühlbergstraße von Überflutungen betroffen. Wer wissen will, ob seine Straße in den Hochwassergefahrenkarten des Landes auftaucht, kann sich unter www.hochwasserbw.de informieren.

Baden-Württemberg hat auch eine Hochwasservorhersagezentrale (www.hvz.baden-wuerttemberg.de), die unter Tel. 07 21/5 60 00 erreichbar ist. Denken Sie daran: Bei einem Hochwasser nach einem schweren Unwetter sind die Notfallnummern oft überlastet. Die Einsatzleitung koordiniert die Hilfe dann nach Dringlichkeit.

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