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Welzheim Kreis-Zuschuss für die Waldbahn wackelt

Die Schwäbische Waldbahn unter Volldampf. Ob das so bleiben wird, ist noch nicht sicher. Foto: Habermann / ZVW

Waiblingen/Welzheim. Die Zusage wackelt: Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages hat am Montag den Zuschuss für die Sanierung des Laufenmühlviadukts unter Vorbehalt gestellt. Grund: Das Staatliche Rechnungsprüfungsamt Stuttgart richtet derzeit ein kritisches Auge auf die Welzheimer Waldbahn.

Video: Eine Fahrt mit der Schwäbischen Waldbahn nach Welzheim

Ja, aber – so lässt sich das Votum des Umwelt- und Verkehrsausschusses zur Waldbahn zusammenfassen: Ja, 300 000 Euro Zuschuss für die Sanierung des Laufenmühlviadukts sollen in den Kreishaushalt 2017 eingeplant werden; aber wenn die Stadt Welzheim will, dass das Geld auch wirklich fließt, muss sie zuvor erstmal ein zukunftsfähiges und dauerhaft wirtschaftlich tragfähiges „Gesamtkonzept“ für das Projekt vorlegen.

Der Unmut im Kreistag über ständig neue Nöte der Welzheimer mit ihrer Tourismusbahn gärt schon länger. Vor einigen Wochen, als die Sprecher der Fraktionen ihre Haushaltsreden hielten, kristallisierte sich ein Tenor heraus: Na gut, wir helfen denen noch ein letztes Mal aus der Patsche, aber dann reicht's endgültig. Die Freien Wähler gingen noch einen Schritt weiter: Sie stellten den Antrag, bereits fürs Laufenmühlviadukt kein Geld mehr zu gewähren und stattdessen zu prüfen, ob die Gleistrasse sich in einen Radweg mit E-Bike-Verleih umwandeln lasse. Beobachter dachten da zunächst: Na gut, das ist ja wohl eher bloß Theaterdonner. Es schien ja klar, dass die allein vorgepreschte FW keine Mehrheit hinter sich scharen könnte.

Staatliches Rechnungsprüfungsamt nimmt Waldbahn unter die Lupe

Am Montag im UVA indes folgte der nächste Paukenschlag. Bevor die Debatte um den FW-Antrag überhaupt losging, erklärte Landrat Richard Sigel: Er wolle dem Gremium „an dieser Stelle nicht vorenthalten“, dass das Staatliche Rechnungsprüfungsamt Stuttgart derzeit die Waldbahn unter die Lupe nimmt.

Was bedeutet das? Nicht zwangsläufig Dramatisches. Auch auf die Wieslauftalbahn richteten die Finanz-Cracks unlängst ihren Prüfschweinwerfer – und bescheinigten nach langwierigen Untersuchungen: alles in Ordnung. Insofern ließe sich folgern: Ach, das ist doch bloß Bürokraten-Routine.

Andererseits: Dem Vernehmen nach ist der Fragenkatalog, den die Welzheimer zugesandt bekommen haben, ziemlich umfangreich und habhaft. Sigel ließ anklingen, dass es dabei auch darum geht, ob die bislang gewährten Landeszuschüsse sinnvoll eingesetzt sind.

Nach dieser Vorrede präsentierte der Landrat die Beschlussempfehlung der Verwaltung zum FW-Vorschlag, den Zuschuss zu verweigern: „Der Antrag wird abgelehnt – allerdings ist Voraussetzung für die Gewährung des Zuschusses die Vorlage eines Gesamtkonzeptes durch die Stadt Welzheim.“ Ja, aber. Oder frei übersetzt: Der Kreis will den Welzheimern nur dann wirklich beispringen, wenn sie plausibel machen können, dass die Waldbahn kein Fass ohne Boden ist.

Deftige Worte in der Debatte

In der anschließenden Debatte im UVA fielen recht deftige Worte. Albrecht Ulrich, Freie Wähler, sprach vom „großen Risiko“, das da schlummere, weil die Strecke durch ein für Hangrutschungen anfälliges Gelände führt. Die jetzt anstehende Sanierung des Laufenmühlviadukts sei „absolut nicht abschließend“, das „ganze Finanzierungskonstrukt“ der Waldbahn „mehr als fraglich“. Jetzt sei die Zeit reif, „zusammenzusitzen mit allen Beteiligten“ und zu erörtern, ob die „Strecke anderweitig nutzbar“ wäre, zum Beispiel als „Radtrasse“.

Klaus Riedel, SPD: Wenn der Rechnungshof aktiv wird, müsse das auch für die Kreisräte „Veranlassung“ sein, das Projekt „kritisch“ zu beleuchten. Und Jürgen Hofer, FDP: „Ich möchte ein Gesamtkonzept sehen!“ Dass die Stadt Welzheim jedesmal, wenn sie Geld will, sage, „das ist das letzte Mal“, sei jedenfalls „kein Konzept. Das halte ich persönlich nicht für solide.“

Auffällig: Zwar hielten die Grünen sich in der Debatte raus, zwar nannte Christoph Jäger, CDU, es „irrsinnig“, ständig „aufs Neue die Sachdiskussion“ um die Waldbahn „aufzumachen“, zwar fand sich letztlich eine klare Mehrheit zumindest für die eingeschränkte Ja-aber-Hilfszusage – aber ein glühendes Bekenntnis zur Bahn konnte sich niemand abringen in dieser Sitzung. Das Wohlwollen für den Tourismuszug, das traditionell im Kreistag herrscht, scheint weitgehend aufgebraucht.
 

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