Welzheim Rutschung zwischen Welzheim und Rudersberg - Sanierung kann beginnen

Martin Winterling, 15.02.2017 00:00 Uhr
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Im Hintergrund werden die Löcher für die insgesamt 79 Pfähle gebohrt, mit denen der geologisch anspruchsvolle Untergrund gesichert wird. Foto: Gabriel Habermann/ZVW
Im Hintergrund werden die Löcher für die insgesamt 79 Pfähle gebohrt, mit denen der geologisch anspruchsvolle Untergrund gesichert wird.Foto: Gabriel Habermann/ZVW

Welzheim/Rudersberg. Bis zu 17 Meter tief in die Erde reichen die 79 Bohrpfähle, mit denen die Landesstraße 1080 zwischen Welzheim und Rudersberg gesichert wird. Mitte Juni 2016 war die Straße an mehreren Stellen nach starken Regenfällen abgerutscht und ist seither gesperrt. Nach dem langen Frost im Januar hat nun die Sanierung begonnen.

Trotz der kleinen Verzögerung aufgrund des strengen Winters ist Benjamin Haufe zuversichtlich, dass die Strecke Rudersberg-Welzheim am 1. Juli wieder geöffnet wird. Der Sachgebietsleiter Straßenerhaltung beim Regierungspräsidium Stuttgart beziffert die Kosten der Sanierung mit rund 1,3 Millionen Euro samt einem neuen Fahrbahnbelag für den drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Klaffenbach und Klingenmühle.

Auslöser der fünf Rutschungen auf einer Länge eines halben Kilometers war ein alter Steinbruch oberhalb der Landesstraße, vermutet der Geologe Tobias Bräutigam. Die Betreiber des Steinbruchs hatten wohl schon damals Schwierigkeiten mit dem Wasser – und leiteten es um. Mitte Juni 2016 sorgten starke Regenfälle dafür, dass die Landesstraße an fünf Stellen unterspült wurde und stellenweise abgerutscht ist.

Straße ist seit einem halben Jahr gesperrt, die Gastronomie leidet

Seit über einem halben Jahr ist nun die Straße gesperrt. Sowohl für das Restaurant Laufenmühle Bahnhof wie auch für die Freizeiteinrichtung „Eins + Alles – Erfahrungsfeld der Sinne“ bedeutet die Sperrung eine starke Einschränkung, da die Laufenmühle nur über Welzheim zu erreichen ist. Benjamin Haufe hat durchaus Verständnis, wenn gefragt wird, warum sich die Sanierung so einer Strecke über ein ganzes Jahr hinzieht. Dennoch sei der Zeitplan sportlich. Schließlich musste zunächst der Untergrund des geologisch sehr problematischen Streckenabschnitts erkundet werden. Diese Untersuchungen wurden Anfang September abgeschlossen.

Die Ergebnisse seien dann vom Institut für Geotechnik der Universität Stuttgart zusammengefasst worden, um die Bohrpfähle zu bemessen, die notwendig sind, um die Strecke zu stabilisieren. Ende Oktober wurde die Maßnahme ausgeschrieben, der Zuschlag erfolgte am 2. Januar 2017. Erste Besprechungen zum Bauablauf fanden bereits im Dezember statt. Seit einer Woche sind nun die Bauarbeiten im Gange.

Insgesamt wird die Landesstraße an fünf Stellen oberhalb der Bahnstrecke repariert. Die längste misst rund 60 Meter und wird mit einer Bohrpfahlwand gesichert, sozusagen einer Brücke unter der Straße. Verbaut werden 79 Bohrpfähle im Abstand von 2,5 bis drei Meter, die in eine Tiefe zwischen sechs und 17 Meter reichen.

Probebetrieb: Der Wiesel fuhr bis Welzheim

Die Sperrung der Landesstraße hat die Stadt Welzheim nach den Sommerferien 2016 für einen einmonatigen Probebetrieb der Wieslauftalbahn bis Welzheim genutzt. Die Kosten betrugen rund 60 000 Euro. Von dem Angebot profitieren vor allem Schüler des Limes-Gymnasiums aus dem Wieslauftal. Noch immer sind die Zahlen des Probebetriebs nicht systematisch ausgewertet, aber eins steht fest: Das Angebot war „sehr, sehr erfolgreich“ und wurde „sehr, sehr gut angenommen“, sagte Horst Windeisen, Geschäftsführer der Württembergischen Eisenbahngesellschaft, in seiner Zwischenbilanz.

Wiesel als Ersatz für Bus und Auto

Die sei allerdings deutlich relativierungsbedürftig – ein wesentlicher Grund für den Erfolg dürfte darin liegen, dass die Straße zwischen Klaffenbach und Welzheim wegen eines Erdrutschs gesperrt und unpassierbar ist. Der Wiesel war im September ein Ersatz für Auto und Bus. Wenn die Straße saniert ist, sieht alles wieder anders aus. Landrat Richard Sigel machte Wiesel-Expansionsbefürwortern im Dezember in einer Zweckverbandssitzung nicht wirklich Mut: Bis hoch nach Welzheim zu fahren, sei „wahrscheinlich aufgrund der Kosten keine Dauerlösung“.

 

Umleitung:

Wie das Regierungspräsidium Stuttgart zum Stand der Dinge mitteilt, bleibt die Straße zwischen Welzheim und Klaffenbach bis zum Ende der Sanierung im Juli gesperrt. Auf Teilen der Umleitungsstrecke, nämlich der Kreisstraße zwischen Oberndorf und Lutzenberg sowie der Landesstraße L 1119 zwischen Ortsende Althütte und Rudersberg-Klaffenbach, haben Busse Vorfahrt. Künftig dürfen dort keine Lastwagen mehr fahren.

 

 

 

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