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WinnendenGrößer und besser: Feuerwehrmuseum

Martin Schmitzer, vom 01.02.2013 00:00 Uhr
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Neueröffnung des erweiterten Feuerwehrmuseums in Winnenden. Foto: ZVW/ Habermann
Neueröffnung des erweiterten Feuerwehrmuseums in Winnenden.Foto: ZVW/ Habermann

Winnenden. St. Florian strahlt hinter Glas: Das neue Feuerwehrmuseum am Bahnhof ist fertig. Es ist jetzt doppelt so groß wie bisher, und diese Großzügigkeit macht die ganze Ausstellung übersichtlicher, schöner, heller und zugänglicher, denn mit dem neuen Anbau wurde auch ein Personenaufzug gebaut.

Kernstück des Winnender Feuerwehrmuseums ist und bleibt der liebevoll restaurierte alte Güterschuppen der Bahn. An den hat der Museumsverein einen nochmal so großen modernen, schlichten Anbau gesetzt, ein Industriebau mit sichtbaren Doppel-T-Stahlpfeilern und Trägern. Wer beim neuen Eingang das Haus betritt und zum Neubautrakt rüberschwenkt, trifft gleich auf eine Parade von Nachkriegs-Feuerwehrautos, auch noch ganz rüstige Jungsenioren dabei wie ein Opel-Omega, der mal Winnender Kommandowagen war, aber auch einige, die jederzeit als feuerrotes Spielmobil fahren könnten, und die jetzt als Museumsstücke dokumentieren, wie der Mensch im Südwesten in den letzten 60 Jahren gegen Feuer gekämpft hat.

Im Neubau stehen alle Exponate der jüngeren Feuerwehrgeschichte seit 1945 aus dem Südwesten, und es steht dort, gut ausgeleuchtet eine ganz spezielle Sammlung, die Vereinsvorsitzender Helmut Pflüger pflegt: Feuerwehrhelme aus der ganzen Welt, darunter seit neuestem ein Prunkstück ohnegleichen: Der Paradehelm des Feuerwehrkommandanten von Peking! Ein extrabreiter runder Hut mit einem Putz aus unzähligen samtroten Kordeln, die von der Hutmitte oben herunterzotteln wie eine 70er-Jahre Hippiefrisur.

Ein Personenaufzug macht das Museum fast ganz barrierefrei

Oben auf der Empore, erreichbar via Aufzug ist eine Cafeteria eingerichtet von der aus man bei einer Tasse Kaffee sitzend die Augen über die ganzen alten Feuerwehrautos wandern lassen oder auch zu den Vitrinen für kleinste Exponate blicken kann. Dort stellt der Museumsverein jetzt eine neue Sonderausstellung mit Feuerwehrphilatelie hin: Briefe, Postkarten mit Feuerwehrmotiven, Sonderpoststempel von Feuerwehrjubiläen und Briefmarken, witzig, originell, exotisch und immer mit irgendeinem Feuerwehrmotiv.

Wer jetzt glaubt, den alten Teil des Museums kennte er ja schon, der erlebt ein kleines Wunder beim Rübergehen in den Altbautrakt. Schon die beiden Übergänge sind Meisterwerke der Denkmalpflege. Den Museumsleuten, den vielen ehrenamtlichen Helfern und einem beauftragten Schreiner ist es gelungen, die alte Bretter- und Fensterfassade des Güterschuppengiebels im Original zu erhalten und dennoch zwei Durchlässe hineinzuschneiden, die man allerdings so lückenlos schließen kann, dass sie fast nicht zu erkennen sind. Das Denkmalamt hat den Museumsfreunden diese Türen abgerungen. Sie hätten’s gerne einfacher gehabt, aber nachträglich sagt der zweite Vorsitzende Karl Heinrich Lebherz: „Also, do semmer scho a bissle stolz drauf, dass mer des nakriegt hend.“

Drüber im Güterschuppen ist alles großzügiger und schöner als bisher. Man erlebt die Feuerwehrgeschichte der Nazizeit, sieht die Uniform des Winnender Kommandanten Karl Krämer, der von den Nazis aus dem Amt entfernt wurde. Und der als erfolgreicher Bauunternehmer die Karl-Krämer-Stiftung gründete, die einer der großen Förderer des Museums ist. Man blickt auf die hellbeige Uniform der Winnender Turner, de nach 1848 verboten wurden, einfach einen roten Kragen an ihre Uniformen nähen ließen und als „Steiger“, als Leiternkletterer und Retter bei der Feuerwehr mitmachten – das wurde ihnen erlaubt.

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