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WinnendenZwei Notare bleiben in Winnenden

Martin Schmitzer, vom 29.12.2012 00:00 Uhr
Notariat in der Wiesenstraße: Im Jahr 2018 müssen die Notare wahrscheinlich ausziehen und eigene Büros in der Stadt suchen. Foto: ZVW
Notariat in der Wiesenstraße: Im Jahr 2018 müssen die Notare wahrscheinlich ausziehen und eigene Büros in der Stadt suchen.Foto: ZVW
Winnenden.
Nicht alle, aber ein paar große Entscheidungen des Lebens bedürfen des Notars: Wenn man ein Haus kauft, sein Testament macht oder einen Ehevertrag abschließt. Gut, wenn der Notar dann in der Nähe sitzt. In Winnenden bleibt das so, auch nach der großen Notariatsreform ab dem Jahr 2018.

Zwei Stellen für freiberufliche Notare sind im Reformplan für Winnenden vorgesehen. Auf Anfrage meint OB Hartmut Holzwarth: „Mit dieser Lösung können wir zufrieden sein. Wir sind in Winnenden auch nach 2018 gut versorgt.“ Im nächsten Jahr werden die beiden Stellen wahrscheinlich von der Landesregierung ausgeschrieben. Fachleute gehen davon aus, dass sich Notare bewerben werden, weil Winnenden als ein Ort gilt, an dem zwei Notare gut ausgelastet sein werden.

Noch ist die Notarversorgung des Bezirks besser als sie ab 2018 sein wird. Noch hat Schwaikheim einen eigenen Notar und Winnenden hat drei Notare, von denen einer für Leutenbach, einer für die Winnender Teilorte und einer für die Winnender Kernstadt zuständig ist. Diese Bezirksnotare waren notwendig für die Arbeit mit Akten aus Papier, mit Aktenschränken und Dokumententransporten per Kurier. Sie hatten den großen Vorteil, dass der Notar seinen Bezirk kannte, meistens noch die Leute dazu, und dass er wusste, in welchem Schrank er die Dokumente für ein bestimmtes Grundstück suchen musste.

Nun führt die Landsregierung zentrale Grundbuchregister ein, die über Computer laufen, und spart Notare ein. Von 600 Notar- und Stellvertreterstellen im Land werden 400 gestrichen. Der Bezirk Winnenden-Schwaikheim kommt glimpflich davon, indem er von sieben Stellen fünf verliert: je einen Notar in Winnenden und Schwaikheim und sämtliche Stellvertreter.

Die Notare werden dann freiberuflich tätig sein. Das heißt: Der Mensch, der sein Testament machen will, nimmt sich einen Notar seiner Wahl und bezahlt den mit einer staatlich festgelegten Gebühr. Bei allen Kauf- und Eheverträgen sowie Testamenten und Beratungen läuft das so. Manche Dinge werden aber künftig im Waiblinger Amtsgericht stattfinden. Zu Testamentseröffnungen wird man beispielsweise heute nach Winnenden ins Notariat bestellt, wenn der Verstorbene ein Winnender war. Künftig wird dies in Waiblingen bearbeitet.

Wer ein Haus kauft, hat heute schon die freie Notarwahl. Manche fahren nach Stuttgart. Die meisten gehen trotzdem in Winnenden zum Notar. Oft kommt es darauf an, bei welchem Notar der Hausverkäufer oder der Makler am schnellsten einen Termin bekommt. Die Notare, die ab 2018 in Winnenden arbeiten werden, werden auf freiberuflicher Basis arbeiten, werden im Wettbewerb stehen und werden auch darauf achten (müssen), dass sie ertragreiche Aufträge bekommen.

Sie werden auch nicht mehr im bisherigen Notariatsgebäude unterbracht sein, wie OB Holzwarth erklärte. Die Unterbringungspflicht der Stadt erlischt. Umgekehrt wird die Stadt für ihre notariell beglaubigten Verträge die Notargebühr bezahlen müssen. Die freiberuflichen Notare werden sich dann ein gemeinsames oder getrennte Büros irgendwo suchen müssen. OB Holzwarth sagt seine Unterstützung zu: „Uns ist daran gelegen, dass die Notare irgendwo in der Stadt zentral erreichbar sind.“

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