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Winterbach Mehrere Keller bei Unwetter vollgelaufen

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Winterbach. Für etwa eine Viertelstunde ist am Donnerstagabend über Winterbach ein derart heftiger Gewitterregen niedergegangen, dass teilweise die Kanäle überliefen. Bei Manolzweiler wurde eine Straße von einem Sturzbach überspült, der die Schotterdecke eines Feldwegs mit sich riss. Im Bereich des Bahnhofs fiel ein Baum auf die Gleise, der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet, traf die stärkste Gewitterzelle im Südwesten am Donnerstagabend den Nordrand der Schwäbischen Alb. Im Rems-Murr-Kreis öffnete der Himmel offenbar vor allem über Winterbach seine Schleusen. Zwar regnete es auch drum herum stark, aber in Winterbach und seinen Ortsteilen oben im Schurwald, Manolzweiler und Engelberg, nahm das Ganze sintflutartige Züge an. Bei der Winterbacher Feuerwehr ging um 20.17 Uhr der erste Alarm wegen eines vollgelaufenen Kellers ein.

Unwetter ganz lokal über Winterbach

Kommandant Michael Seim war zu der Zeit in Plüderhausen, also gerade mal etwa zehn Kilometer entfernt. „Dort hat es zu der Zeit überhaupt nicht geregnet“, berichtet er. „Das war ganz lokal über Winterbach.“ Am Regenradar habe er verfolgt, wie die Regenzelle von Süden kam, also vom Schurwald her, und dann Richtung Berglen weiterzog. Offenbar hatten die Wolken dann ihre Ladung aber schon vor allem über Winterbach ausgeschüttet. Ein Feuerwehrmann, der eine Messstation im Garten hat, hat innerhalb von weniger als einer halben Stunde 40 Liter Regen auf den Quadratmeter gemessen.

Sogar im Feuerwehrhaus war Wasser im Keller

Die Feuerwehr war vom ersten Alarm um 20.17 Uhr bis nach 23 Uhr mit 37 Mann und sechs Fahrzeugen im Einsatz. Insgesamt gab es 17 einzelne Einsätze, vor allem wegen vollgelaufener Keller. Sogar im Feuerwehrhaus in der Florianstraße war Wasser im Keller. In dem Bereich im Westen von Winterbach war ein Schwerpunkt der Überflutungen. Allein sechs Keller waren laut Michael Seim in der Lindenstraße vollgelaufen, auch in der Weberstraße war die Feuerwehr im Einsatz. Außerdem musste die Feuerwehr nach Manolzweiler ausrücken. Unterhalb des Teilorts hatte ein Sturzbach aus Regenwasser den Schotter eines Feldwegs mitgerissen und auf den Kirchenweg gespült, dort wo dieser aus Richtung Engelberg aus dem Wald kommt. Der Asphalt wurde ebenfalls unterspült und laut Sebastian Schneider vom Winterbacher Bauamt an mehreren Stellen angehoben. Die Feuerwehr räumte noch in der Nacht den gröbsten Schotter und Dreck weg und sicherte die Straßenschäden mit Warnkegeln ab. Der Feldweg, der am Wald entlang verläuft und den Kirchenweg kreuzt, ist laut Sebastian Schneider jetzt gesperrt. „Den muss man wahrscheinlich komplett richten“, sagt er. Beim Kirchenweg müsse man die beschädigten Asphaltstellen ebenfalls neu machen, es handle sich aber nur um ein paar Quadratmeter. Die direkte Verbindungsstraße zwischen Manolz-weiler und Engelberg ist weiter befahrbar.

„Das verschafft kein Kanal“

Dass von den Überflutungen in Winterbach vor allem die Gegend zwischen Gerber-, Linden- und Florianstraße betroffen war, könne daran liegen, dass hier unweit der Kläranlage viele Kanäle aus dem Ort zusammenlaufen, vermutet Sebastian Schneider. Die Rohre seien deswegen hier eigentlich sehr groß dimensioniert. „Aber wenn in so kurzer Zeit so viel Regen fällt, dann verschafft das kein Kanal, der in Deutschland verlegt ist“, sagt Bauamtsleiter Rainer Blessing. 40 Liter in weniger als 30 Minuten, das sei außergewöhnlich: „Das ist nicht beherrschbar mit einem Kanalsystem, das noch bezahlbar sein soll“, sagt Blessing. Leider seien solche Starkregen ein zunehmendes Thema. Aber technisch könne man sich davor nicht schützen.

Baum auf dem Gleis

Durch das Gewitter kam es auch zu Behinderungen im Bahnverkehr auf der Remsstrecke. In Winterbach fiel in der Nähe des Bahnhofs ein Baum auf ein Gleis. Der Lokführer eines leeren Zuges entdeckte den Baum, daraufhin wurde der Gleisabschnitt zwischen Grunbach und Schorndorf gesperrt.

Techniker der Bahn waren mit einem Spezialfahrzeug vor Ort, um den Baum von den Gleisen zu schaffen, wie die Pressestelle der Bahn mitteilt. Außerdem hätten sie prüfen müssen, ob die Oberleitung beschädigt ist. Insgesamt dauerte der Einsatz von 20.14 bis kurz vor 22 Uhr. In der Folge waren insgesamt 15 S-Bahnen, Regional- und Fernzüge verspätet, im Schnitt 16 Minuten. Es gab zwei Teilausfälle.

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