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Wo landet unser Müll Video: Die Kunst des Mülltrennens

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Verpackungsmüll, Plastikmüll, Verbundverpackungen: Beim Mülltrennen kann man leicht den Durchblick verlieren. Foto: Bernhardt / ZVW

Waiblingen. Glas in den Container, Windeln in den Restmüll, Kaffeefilter in die Bio- und die Milchtüten in die Gelbe Tonne: Die Deutschen gelten als Weltmeister im Volkssport des Mülltrennens. Die unterschiedlichen Wege des Waiblinger Mülls von den Haushalten bis zur Verbrennung und Wiederverwertung verfolgen wir von heute an in einer Serie.

Die Reise des Mülls, sie beginnt meistens in der Küche. Beim Auspacken der Einkäufe wird aus verkaufsfördernd gestalteten oder einfach zweckmäßigen Verpackungen Abfall. Ab in die Tonne damit! Aber in welche? Wohl in den meisten Haushalten stehen die Sortierboxen gleich unter der Spüle oder an sonst einem geeigneten Ort. Braun für Bio, Gelb für Verpackungen, Schwarz für Restmüll, Blau fürs Altpapier – das ist die Farbenlehre der Mülltrennung im Rems-Murr-Kreis. Speziell fürs Glas gibt’s dazu noch die Farben Weiß, Braun und Grün.

Die meiste Mühe beim Mülltrennen machen die Verpackungen. Im Jahr 2012 fielen laut Umweltbundesamt 16,6 Millionen Tonnen Verpackungen in Deutschland an. Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton haben dabei den größten Anteil mit etwa 7,3 Millionen Tonnen. Es folgen Verpackungen aus Kunststoffen (2,8 Millionen Tonnen), Glas (2,8 Millionen Tonnen) und Holz (2,7 Millionen Tonnen). Um die Gelbe Tonne rankt sich auch im Rems-Murr-Kreis immer wieder ein grundlegendes Missverständnis: Viele Leute halten sie für die Tonne „für den Plastikmüll“ – in Wirklichkeit ist sie für den Verpackungsmüll gedacht. „Der Irrtum hält sich seit der Einführung 1992 bis heute hartnäckig“, sagt Dr. Manfred Siglinger, Pressesprecher der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) Rems-Murr. Schüsseln oder Spielzeug aus Plastik gehören nicht hinein, sondern gelten als „sortengleiche Nicht-Verpackungen“. Die Gegenfinanzierung der Dualen Systeme ist nur für lizenzierte Verpackungen eindeutig geregelt. Falsch eingeworfenes Plastik wird in den Sortierbetrieben ausgemustert. Da es sich in der Regel um höherwertiges Plastik handelt, lässt es sich allerdings weiterverkaufen. Insgesamt ist die Trennmoral nach Siglingers Einschätzung „relativ gut“. Bei einer Sortieranalyse zeigten sich im Jahr 2012 auffällige Unterschiede zwischen unterschiedlichen Siedlungstypen. In Gebieten mit Ein- und Zweifamilienhäusern klappt das System deutlich besser als in stark verdichteten Gebieten.

Mülltrenn-Tipps

Das Material nicht in zugebundenen Plastiksäcken in die Gelbe Tonne werfen. Das verursacht zusätzlichen Aufwand beim Sortieren.

Am besten die Verpackungen locker in die Tonne schütten!

Nur sortengleiche Verpackungen zusammenstecken (Alufolie nicht in den Joghurtbecher!).

Die beste Verpackung ist die, die erst gar nicht anfällt.

Wenn es nicht ohne geht, dann sind Mehrwegverpackungen auf alle Fälle am umweltfreundlichsten.

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