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Zeichnen Schaf Fredo und die Springnudeln

Sandra Rommel, vom 14.12.2011 15:12 Uhr
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Jannick Huss zeichnet für sein Leben gern, am liebsten Comicfiguren. Foto: ZVW
Jannick Huss zeichnet für sein Leben gern, am liebsten Comicfiguren. Foto: ZVW

Nicht viele Menschen können von sich behaupten, im zarten Alter von 18 Jahren schon zwei Bücher illustriert zu haben. Jannick Huss aus Korb ist einer von ihnen. „Papa, komm wir kochen!“ heißt das neueste Werk, zu dem Jannick Zeichnungen geliefert hat. Sandra Rommel hat sich mit ihm unterhalten.

Süß sieht sie aus, die kleine Siri, die Farbe und Witz in die Rezepte des Kinderkochbuches von Barbara Dittrich und Carolin Antwerpes bringt. Ihre Haare sind genauso rot wie die Pausbäckchen, sie hat Sommersprossen auf der Stupsnase, ein fröhliches Grinsen im Gesicht und die Zunge frech herausgestreckt. Als Kind hätte sie mich sofort in ihren Bann gezogen. Jannick hat sein Ziel erreicht. Denn genau das möchte er mit seinen Figuren bezwecken: dass Kinder sich mit ihnen identifizieren und sie lieb haben können.

Schon sein Schäfchen für das Kinderbuch „Fredo will nicht schlafen“ ließ Kinderherzen höher schlagen. Um die Kleinen nicht zu überfordern, hat er seine Illustrationen übersichtlich und einfach gestaltet, ohne viel Schnickschnack.

Aber wie kommt ein Junge in seinem Alter überhaupt dazu, Kinderbücher zu illustrieren? „Das war ein glücklicher Zufall“, erinnert sich Jannick. Sein Vater war im Internetportal „Xing“ auf eine Anzeige gestoßen, in der die Kinderbuchautorin Anne Kratz aus Remseck einen Zeichner für ihr neues Buch suchte. Da Zeichnen und Malen schon von Kindesbeinen an Jannicks Leidenschaft war, bewarb er sich. Das war vor zwei Jahren, er war gerade 16 Jahre alt. Sein Schäfchen „Fredo“ wurde unter mehreren Bewerbern ausgewählt und Jannick bekam seinen ersten Job als Illustrator. Dadurch wurden Freunde und Bekannte auf sein Talent aufmerksam, so auch Carolin Antwerpes, die zusammen mit ihrer früheren Dozentin Barbara Dittrich gerade die Idee zu einem Vater-Kind-Kochbuch entwickelte. Schnell war klar, dass Jannick auch dieses Buch illustrieren würde.

Es folgten mehrere Treffen, in denen Kochrezepte und die passenden Illustrationen thematisiert wurden. Danach ging’s ans Zeichnen. Besonders gut gefiel Jannick, dass er viel künstlerische Freiheit hatte und nur wenige Vorgaben beachten musste. Während sein Honorar beim ersten Buch noch aus einer Pauschale bestand, erhält er nun eine Beteiligung für jedes verkaufte Buch. Auch für verschiedene Homepages hat er bereits Bilder gezeichnet.

Schon Jannicks Handschrift lässt erahnen, dass er künstlerisch begabt ist. Außergewöhnlich schön schreibt er, zumindest für einen Jungen. Ein schwungvoller Schriftzug mit seinem Namen ziert jede seiner Skizzen. Doch woher kommt eigentlich seine Begeisterung fürs Zeichnen? „Vielleicht von meiner Liebe zu Comics“, erzählt er. Klassiker wie Lucky Luke oder Asterix waren ihm als Kind lieber als jedes Buch. In der Grundschule hat er mit Freunden die Figuren abgemalt. Nicht selten hat er sich seine Lektüre nach Bildern ausgesucht, nach dem Motto: „Mir gefällt, wie der Autor zeichnet, also les ich’s mal.“

Comicfiguren zählen noch heute zu Jannicks Lieblingsmotiven. Bevor er sie zu Papier bringt, hat er meist schon eine genaue Vorstellung im Kopf. Am liebsten zeichnet er mit dem Bleistift. Der erste Schritt ist eine Skizze, die anschließend auf einem Leuchttisch durchgepaust und letztendlich mit Aquarellfarben coloriert wird. Während die Skizze meist schon nach rund eineinhalb Stunden fertig ist, braucht es für eine Coloration mitunter mehrere Tage.

Faszinierend ist, dass Jannick keine Kurse belegen musste, um gutes Zeichnen zu lernen. Was er kann, hat er sich selbst beigebracht. Vor langer Zeit hat er zwar mal die Kunstschule besucht, doch da wurde ihm zu viel getont und gebastelt. Damit kann er wenig anfangen, auch abstrakte Kunst ist nicht sein Ding. Es ist das Gegenständliche, das ihn reizt. Politische Karikaturen von Horst Haitzinger mag er ebenso wie die bekannten „Gaston“-Comics des belgischen Künstlers André Franquin.

Gut möglich, dass Jannick seinen Nebenjob bald zum Beruf machen wird. Im Frühjahr macht er sein Abitur am Waiblinger Salier-Gymnasium, danach möchte er eine kreative Richtung einschlagen, „am liebsten visuelle Kommunikation studieren“. Auch den Bereich Design fände er interessant. Am Talent dürfte es nicht mangeln.

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