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Zeitung in der Schule Die Zeitung ist für vielerlei gut

Weinstadt/Leutenbach. Mit ideenreichen, sportlichen und kreativen Aktionen ist das Projekt „Schüler machen Zeitung“ des ZVW zu Ende gegangen. Viertklässler der Grundschule Beutelsbach betätigten sich nach dem Lesen der Zeitung bastelnd und faltend mit dem Zeitungspapier, verwandelten die gelesenen Seiten in Hüte und Weihnachtsbäume. In Weiler zum Stein war die Zeitung sogar im Sportunterricht unentbehrlich.

Video: Pinguin Paul und Annette Kumlin beim Klassenbesuch in der Grundschule Beutelsbach.

Es gibt ja den alten Spruch: Solange man mit der Zeitung eine Muck’ erschlagen kann, stirbt die gedruckte Tageszeitung nicht aus. Auch der Salat- oder Rotkrautkopf auf dem Wochenmarkt wird mit den Kommentaren und Sportnachrichten aus der Region und aller Welt umhüllt. Aber was die Schüler mit Zeitungspapier alles anstellten, treibt das im Papier steckende Potenzial für sinnvolle Zweitverwertung und Kreativität in neue, ungeahnte Höhen.

Gebastelte Weihnachtsbäume und Sterne aus Zeitungspapier

Mit ihren selbst gebastelten Weihnachtsbäumen und Sternen aus Zeitungspapier hätten die Viertklässler der Grundschule Beutelsbach und Weiler zum Stein problemlos einen eigenen Weihnachtsmarktstand bestücken können. Vanessa Kelchner, Konrektorin und Klassenlehrerin der A 3, und Rektorin Michaela Schönau haben Tannenbäume gefaltet, auf denen die Lokal- und Weltnachrichten abgelesen werden können. In Weiler zum Stein bastelten Gabriele Merz, Klassenlehrerin der 4 a, und Alina Kuhnle mit der 4 b Sterne und einen Adventskalender aus alten Zeitungen. Die dekorativen Ergebnisse ihres kreativen Zeitungs-Origamis hängen seitdem über den Köpfen der Schüler, die in den letzten vier Wochen täglich mit dem Thema Zeitung beschäftigt waren.

Die Klasse A 1 hat Paul einen Brief geschrieben

„Es war schön, die Informationen zu lesen, ein neuer Tag startete und beim Vesper erhielten wir die Zeitung. Wir erfuhren jeden Tag etwas Neues aus der Welt“, berichteten Schüler der A 1 mit Klassenlehrerin Liesbeth Krauß in Beutelsbach in Form eines Theaterstücks von ihren Lese-Erfahrungen. Was sie gelesen, gelernt und erlebt haben, könnte inzwischen schon eine eigene Zeitung füllen. Schüler der A 1 haben ihre Erfahrung in einem Gedicht verewigt, das sie für „Paul“ geschrieben haben. Bei der Abschlussveranstaltung bekamen sie Besuch vom ZVW-Maskottchen und lasen ihm ihr Werk vor: „Die Jungs, die lesen Sport, die Mädchen lieber etwas Mord, die Kinderzeitung ist sehr schön, die Infos, die sind gut, das bringt uns sehr viel Mut.“

Sport und Titelblatt bei den Viertklässlern hoch im Kurs

Wissbegierige Zeitungsleser haben auch die zwei vierten Klassen in Weiler zum Stein in ihren Reihen: „Sport und Titelblatt“ waren gefragt, auch der Filmbericht über einen neu gestarteten Tier-Kinofilm und die Weltnachrichten auf der Panorama-Seite. Ein Junge ist interessiert an der Seite „Wissenswert“, der Nebensitzer schaut sich als Erstes alle Bilder genau an und liest die Bildunterschrift. Auch über Polizeimeldungen und das Wetter wollen die Schüler im Bilde sein. Dank des Projekts „Schüler machen Zeitung“ haben sie jetzt den Durchblick, in welcher Rubrik sie ihre gewünschten Informationen finden. Sie beließen es nicht nur beim Lesen des „Sport“-Teils. Im Turnunterricht spielten sie Fangerles mit Zeitungs-Schwänzchen, falteten auf dem Boden „Requisiten“ aus Zeitungspapier für Gymnastikeinheiten. Die Idee brachte Isabel Kistermann ein, die Deutsch und Sport auf Lehramt studiert. Das Zeitungsprojekt fiel in ihr ISP-Praktikum in Weiler zum Stein.

„Lieber Paul“, begrüßte ein Chor aus vielen Stimmen den gut gelaunten Pinguin, als er das Klassenzimmer betrat, in dem die Zeitungs-Kunstwerke der Schüler ausgestellt waren. Das erste Kunstwerk waren sie selbst, vielmehr ihre ideenreichen Kopfbedeckungen, mit denen sie Paul und ZVW-Marketingfrau Annette Kumlin empfingen und zum Staunen brachten. Lehrerin Regina Schneider hat mit ihnen die Mützen aus Zeitungspapier gemacht, die spitze und auch runde Formen haben, mal sitzt eine Schleife auf dem Kopf, mal wippt ein Gamsbartimitat über dem Ohr. Neben den Tannenbäumen sitzen Tiere aus Pappmasché, die Nathalie Paech mit ihrer Klasse A 2 geschaffen hat. Im kreativen Zeitungs-„Flow“ ist auch eine Collage mit zwei Rabenkrähen entstanden, die als Andenken an das ZVW-Zeitungsprojekt einen Ehrenplatz im Konrektorat erhält: „Wir hatten eine Wand frei und haben uns überlegt, was dort hinpassen könnte“, erklärte Vanessa Kelchner.

Gewalt an Lehrern? Das kann doch gar nicht sein!

In der offenen Runde mit Annette Kumlin berichteten die Schüler, wie sie die Zeitung gelesen haben: „Von vorne nach hinten“ oder „als Erstes die Witze und das Titelbild“ kam als Antwort. Hellhörig seien die Schüler beim Thema Gewalt an Lehrern gewesen, erzählte Vanessa Kelchner. „Haben Sie das auch gesehen?“, wurde die Lehrerin von aufgebrachten Schülern gefragt, die ungläubig auf das Gelesene reagierten und darüber diskutierten: „Das kann doch gar nicht sein.“ Auch hätten sie täglich nachgeschaut, ob es in Sachen Gewa-Tower in Fellbach etwas Neues zu erfahren gibt. Ein Junge meinte: „Wenn ich jetzt immer die Zeitung lese, verbessert es mein Schreiben und Lesen.“ Dass sie sich intensiv mit den Nachrichten und dem, was in der Welt und vor ihrer Haustüre geschieht, beschäftigen, sei an den vielen interessierten Nachfragen zu merken, erklärte Lehrerin Vanessa Kelchner. „Sie wissen, dass in der Zeitung etwas drinsteht, das hier bei ihnen passiert und mit ihnen zu tun hat.“

Schüler machen Zeitung

Die Lokalzeitung war Thema für Grundschüler in 35 Klassen aus 20 verschiedenen Schulen aus dem Verbreitungsgebiet des Zeitungsverlags Waiblingen. Das Projekt „Schüler machen Zeitung“ wird medienpädagogisch betreut und das Zeitunglesen von den Klassenlehrern in den Unterricht integriert.

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