VfB Stuttgart

Ähnlich wie 2017: Der Aufstiegsendspurt wird für den VfB zum Nervenkrimi

Pellegrino Matarazzo gibt ein Interview
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo gibt nach dem Spiel dem Bezahlsender Sky ein Interview. Foto: Robert Michael/dpa-Pool/dpa © Robert Michael

Behält der VfB Stuttgart im Aufstiegskrimi die Nerven? Spitzenreiter Bielefeld ist den Schwaben vor dem 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga bereits um fünf Punkte enteilt, Verfolger Hamburg liegt nur zwei Zähler hinter ihnen. Das Rennen um den Aufstieg spitzt sich zu. Da kann jeder Fehler richtig teuer werden. Auch im Heimspiel am Sonntag (ab 13.30 Uhr im ZVW-Liveticker) gegen den VfL Osnabrück.

«Der Druck ist enorm»

«Wir brauchen wieder 100 Prozent», sagt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor dem Duell mit den Niedersachsen. Sein eigenes Team hat sich mit Erfolgen gegen den HSV (3:2) und in Dresden (2:0) zuletzt aus der kleinen Krise von zuvor vier sieglosen Spielen in Serie befreit. Und sich dadurch den nötigen Schwung für den Endspurt geholt? «Ich glaube, dass Stuttgart nach diesem Schub sehr viel positive Energie und demnach gute Chancen hat. Aber es bleibt total eng», sagt Hannes Wolf, der inzwischen als Coach des KRC Genk in Belgien arbeitet.

Wolf selbst hatte den direkten Wiederaufstieg mit dem VfB 2017 geschafft - nach einer ähnlichen Durststrecke Mitte der Rückrunde und erst am letzten Spieltag. Er weiß, wie sich die hohen Erwartungen im Umfeld eines ambitionierten Traditionsclubs anfühlen. Und welche Rolle sie spielen können. «Aufstiegskampf fühlt sich bei Clubs wie dem VfB oder dem HSV eher an wie Abstiegskampf», sagt der 39-Jährige: «Du musst aufsteigen, bist eigentlich immer dominant, der Gegner in der Regel sehr pragmatisch. Das geht schon an die Psyche der Spieler und ist für alle Beteiligten nicht einfach.» Sieht Matarazzo trotz fehlender Erfahrung im Tabellenkeller ähnlich. «Der Druck ist enorm», sagt der aktuelle VfB-Trainer: «Wir müssen es ausblenden, das richtige Maß an Spannung finden, um Leistung zu bringen.»

Wichtig dabei: Das Vertrauen in die eigene Stärke. «Vertrauen spielt eine große Rolle. Auch das Vertrauen, Tore zu schießen», sagt Wolf: «Beim VfB haben wir damals in den entscheidenden Phasen die Tore von Simon Terodde gehabt. Beim HSV ist es uns in der Endphase der letzten Saison unheimlich schwer gefallen, in Führung zu gehen.» Was letztlich dazu beitrug, dass Wolf mit den Stuttgartern einst aus der Talsohle in der Rückrunde noch rauskam, mit den Hamburgern vergangene Saison hingegen nicht.

Dem VfB fehlt diese Saison der entscheidende Knipser. Nicolas Gonzalez ist ihr bester Schütze - mit gerade mal neun Toren. Altstar Mario Gomez kommt auf sechs Treffer. Genau wie Daniel Didavi, der gegen Osnabrück wegen einer Knieprellung aber erneut auszufallen droht. «Sie haben vorne durchaus Leute, die treffen können», sagt Wolf: «Sie hatten ja auch immer ihre Chancen. Es braucht aber halt auch immer das Momentum, dass sie reingehen.» Und dafür das entsprechende Vertrauen. Und gute Nerven. Im Zielsprint mehr denn je.

Badisches Fettnäpfchen: Sky bezeichnet SC Freiburg als «Schwaben»

  • Viel größer hätte das Fettnäpfchen nicht sein können, in das der TV-Sender Sky in Freiburg getreten ist. Am Freitag meldete Sky Sport News HD, dass die «Schwaben» des Bundesligisten SC Freiburg am Abend gegen Borussia Mönchengladbach auf den Verteidiger Manuel Gulde verzichten müssen. Schwaben? Das wollte der aus tiefster Überzeugung badische Club nicht auf sich sitzen lassen - und kommentierte bei Twitter: «Das tut weh.»

  • Schließlich sorgt im Bindestrich-Land Baden-Württemberg kaum etwas für mehr Frotzeleien als die Rivalität zwischen Badenern und Schwaben. Besonders ist das zu beobachten beim Fußballduell zwischen dem SC Freiburg und dem tatsächlich schwäbischen VfB Stuttgart, wenn beide gerade mal wieder in einer Liga spielen. Auch wenn die flapsigen Sprüche zwischen Bewohnern des einen und des anderen Landesteils nicht immer ganz ernst gemeint sind.
  • Sky jedenfalls räumte seinen Fehler prompt ein und twitterte Richtung Freiburg: «Oh weia! Dickes Sorry in den Breisgau!» Der Sport-Club akzeptierte die Entschuldigung und antwortete: «Fehler passieren! Aber bei 'Schwaben' mussten wir einfach intervenieren.»