VfB Stuttgart

14,8 Millionen Euro Gewinn trotz Abstieg

VfB Stuttgart Mitgliederversammlung 2017 Finanzbericht Stefan Heim_0
VfB-Finanzvorstand Stefan Heim konnte den Mitgliedern auf der diesjährigen Mitgliederversammlung gute Zahlen präsentieren. © Danny Galm

Stuttgart.
Der VfB Stuttgart hat im Geschäftsjahr 2016 trotz des Abstiegs aus der Bundesliga einen Gewinn von 14,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Das gab Finanzvorstand Stefan Heim am Sonntag auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesligisten bekannt.

Das Vereinsvermögen wächst auf 26,4 Millionen Euro

„Das ist ein sehr guter Umsatz, der vor allen Dingen auf die Transfers im Sommer 2016 zurückzuführen ist“, erläuterte der Vorstand für Finanzen, Verwaltung und Operations der Schwaben. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2016 beläuft sich auf 132,5 Millionen Euro. Das Vereinsvermögen ist zum Stichtag 31. Dezember 2016 auf 26,4 Millionen Euro angewachsen.

Das Geschäftsjahr 2016 ist gleichbedeutend mit dem Kalenderjahr 2016. Heißt: Der Jahresabschluss der Roten setzt sich zu einem Teil aus der Bundesliga-Rückrunde 15/16 und der Vorrunde der 2. Liga 16/17 zusammen.

Die wirtschaftlichen Verluste, die in der Zweitliga-Saison 16/17 und durch die Transfers im Sommer 2017 entstanden, werden sich also erst im Geschäftsbericht für das Jahr 2017 wiederspiegeln.



Stellt man Einnahmen und Ausgaben gegenüber, bleibt nach Abzug der Steuern ein dickes Plus von 14,8 Millionen Euro. Auch das Vereinsvermögen hat sich von 2015 auf 2016 mehr als verdoppelt und ist von 11,6 Millionen Euro (2015) auf 26,4 Millionen Euro (2016) angewachsen.

Auf Grundlage dieses Vereinsvermögens vollzog der Verein am 01. Juni 2016 die Ausgliederung des Lizenzspielerbereichs in eine AG. Für Finanzvorstand Stefan Heim ein "historisches Datum", das dem Verein sehr geholfen habe - und auch noch helfen wird.

Heim: "Der Verein ist handlungsfähig"

„Durch den Einstieg der Daimler AG haben wir Fett auf den Rippen“, sagt Heim und blickt optimistisch in die Zukunft, „wir haben einen klaren Plan und sind auf dem richtigen Weg. Die wirtschaftliche Grundlage ist gegeben und der Verein ist handlungsfähig.“

Das durch die Ausgliederung zusätzlich gewonnenen Eigenkapital (41,5 Millionen Euro), wurde in den Lizenzspieler-Etat, Transfers, den Bereich Nachwuchs- und Scouting und in die Infrastruktur gesteckt. Der VfB befindet mitten in einem Investitions-Prozess und will weiter in die Mannschaft und die Trainingsanlagen investieren.

Umbau des Robert-Schlienz-Stadions

So will die Vereinsführung zunächst in einem ersten Schritt die vorhandenen Anlagen optimieren. Geplant ist auch ein Umbau des Robert-Schlienz Stadions zu einem modernen Trainingsplatz für die Lizenzspieler-Mannschaft. Ausgestattet mit einer Rasenheizung, einem Vorhang und Kameras soll das Trainerteam um Hannes Wolf dort unter Top-Bedingungen arbeiten können. Die Arbeiten sollen bis 2019 abgeschlossen sein.

Das Gelände rund um die Mercedesstraße möchte der Verein vorerst nicht verlassen. „Der Standort hier in Bad Cannstatt hat seinen Charme. Das Nachwuchsleistungszentrum steht mitten auf dem Gelände, sodass die jungen Spieler ihr großes Ziel immer vor Augen haben“, sagt Stefan Heim. 

 

Den größten Teil der im vergangenen Jahr erwirtschafteten Erträge bilden die Einnahmen aus Spielerverkäufen nach dem Abstieg aus der Bundesliga. Mit Timo Werner (10 Millionen), Filip Kostic (14 Millionen), Antonio Rüdiger (9 Millionen), Lukas Rupp (5 Millionen) und Geoffroy Serey Die (1,2 Millionen) verließen den Club im Sommer 2016 gleich mehrere Stammspieler.

Der VfB Stuttgart gab nach dem Abstieg fast seine komplette Mannschaft ab, doch die Transfereinnahmen in Höhe von insgesamt 39,5 Millionen Euro halfen dem Verein über das eine Jahr in der Zweitklassigkeit.

Ein gutes, aber kein Rekordergebnis

Hinzu kommen die Einnahmen aus der TV-Vermarktung (Bundesliga/2.Liga und DFB-Pokal), Sponsoring, Spielbetrieb (Eintrittskarten), Handel (Merchandising, Catering, Fritzle-Club), öffentliche Zuschüsse und der Business-Vermarktung (Logen und Business Seats).

Summa summarum steht unterm Strich die stolze Summe von 132,5 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren (2014: 107,7 Millionen; 2015: 113 Millionen) eine deutliche Steigerung, aber kein Rekordergebnis. Das fuhr der VfB im Jahr 2009 ein, als Einnahmen aus der Champions League und der Wechsel von Mario Gomez zum FC Bayern München 145,8 Millionen Euro in die schwäbischen Kassen spülten.


 

Den satten Einnahmen stehen Ausgaben in Höhe von 117,7 Millionen Euro gegenüber. Das meiste Geld (36,2 Millionen) floss dabei in den Lizenzspieler-Bereich. Sprich: In die Gehälter, Prämien und Sonderzahlungen der Spieler und des Trainerteams. 

Der VfB Stuttgart beschäftigt neben seinen kickenden Angestellten aber auch noch andere Mitarbeiter. Insgesamt rund 500 Menschen in Voll- und Teilzeit. Dementsprechend entfällt ein Teil der Ausgaben auch auf die Posten Jugend, Verwaltung und Vorstand.

Mit 22,1 Millionen Euro schlägt auch der Spielbetrieb zu Buche. Darin enthalten sind Kosten für die Rasenpflege, die Stadionnutzung, Hotels und Flüge, Trainingslager und die medizinische Betreuung.