VfB Stuttgart

Arbeitssieg gegen harmlose „Wölfe“

BAU // 16.09.2017, Deutschland, Stuttgart, Fußball Bundesliga 4. Spieltag, Saison 2017 / 2018 VfB Stuttgart vs. VfL Wolfsburg: Jubel nach dem 1:0 v.l. Christian Gentner, Andreas Beck, Simon Terodde, Anastasios Donis, Denis Aogo, Torschütze Chadrac Akolo (
Stuttgarter Jubeltraube um den Torschützen Chadrac Akolo. © Danny Galm

Stuttgart.
Der VfB Stuttgart wahrte am Samstag gegen den VfL Wolfsburg seine weiße Weste und blieb auch im elften Heimspiel in Folge ungeschlagen. Gegen die „Wölfe“ siegte der Aufsteiger mit 1:0. Chadrac Akolo schoss das entscheidende Tor, Kapitän Christian Gentner musste mit einer schweren Gesichtsverletzung ausgewechselt werden.

Der Sieg gegen Wolfsburg in der ZVW-Analyse:

Spielverlauf kompakt

Der VfB bestimmte vom Anpfiff weg das Spielgeschehen. Die erste große Chance hatte Startelf-Debütant Anastasios Donis, der Wolfsburgs Keeper Koen Casteels mit einem flachen Distanzschuss prüfte. Die Gäste taten sich extrem schwer in die Partie zu finden und kassierte kurz vor dem Halbzeitpfiff dann doch noch einen Gegentreffer. Chadrac Akolo schoss den VfB Stuttgart mit seinem zweiten Saisontor in Führung (42.). Stuttgart im ersten Durchgang sehr dominant (60 Prozent Ballbesitz) und aufmerksam – die Pausenführung verdient.

Mit der verdienten Führung im Rücken, ließen es die Stuttgarter zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas gemütlicher angehen. Die harmlosen „Wölfe“ konnten ihrerseits aber kaum für Torgefahr sorgen und so spielte der VfB die Partie solide zu Ende. Chadrac Akolo verpasste gleich zweimal die vorzeitige Entscheidung (74. und 75.), ehe er in der 77. Minute verletzt vom Feld musste.

Nachdem auch Kapitän Christian Gentner nach einem Zusammenprall mit VfL-Keeper Casteels verletzt vom Feld getragen werden musste (85.), verteidigte der VfB die restliche Spielzeit und die siebenminütige Nachspielzeit in Unterzahl - der Aufsteiger hatte schon dreimal gewechselt. Mit der Unterstützung der 50.500 Zuschauer im Rücken rettet der VfB den knappen Sieg schlussendlich über die Zeit.

Formation und Aufstellung

Im Vergleich zur Niederlage auf Schalke veränderte VfB-Trainer Hannes Wolf seine Startelf auf zwei Positionen: Für den angeschlagenen Orel Mangala (Fußprellung) durfte erstmals Neuzugang Santiago Ascacibar neben Kapitän Christian Gentner auf der Doppelsechs ran. Zudem ersetzte Anastasio Donis auf dem linken Flügel Josip Brekalo.

Wie schon gegen Mainz und Schalke schickte Wolf seine Mannschaft in einem 3-4-2-1 auf den Platz. In der Innenverteidigung durften erneut Marcin Kaminski (li.), Benjamin Pavard (m.) und Timo Baumgartl (re.) beginnen.

Gentner und Ascacibar bildeten die Doppelsechs, Aogo und Beck die Außenbahnspieler, die sich bei gegnerischem Ballbesitz zurück in die Abwehr fallen ließen. Hinter Stürmer Simon Terodde durften die beiden Neuzugänge Anastasios Donis (li.) und Chadrac Akolo (re.) starten.

Spielidee und Taktik

In den letzten zwei Spielen kassierten die Stuttgarter drei Tore direkt nach der Pause. Außerdem zeigten sich die Schwaben sehr anfällig nach Standardsituationen. Für die Partie gegen die „Wölfe“ sollten diese Fehler abgestellt werden. Gegen Wolfsburg müsse seine Mannschaft ans Limit gehen, um ein gutes Ergebnis zu holen, erklärte Hannes Wolf vor der Partie.

Auf dem Platz nahmen die Hausherren direkt das Heft des Handelns in die Hand und bespielten die Gäste aus Wolfsburg. Auffällige oft wählten die Stuttgarter dabei lange Bälle, um ins letzte Drittel des VfL zu kommen. Die beiden Flügelspieler Akolo und Donis suchten zudem immer wieder eins-gegen-eins-Situationen und sorgten so für Gefahr.

VfL-Coach Jonker spiegelte das Spielsystem seines Gegenübers, allerdings mit einem Unterschied: Statt einem Stürmer schickte Jonker mit Origi und Dimata eine Doppelspitze ins Rennen. Dahinter sollte der ehemalige Stuttgarter Daniel Didavi das VfL-Spiel lenken. Bei gegnerischem Ballbesitz igelten sich die Wolfsburger in einem 5-2-1-2 in der eigenen Hälfte ein und lauerten auf Konter.

Spielentscheider

Gegen ideen- und harmlose Wolfsburger erarbeitete sich der Aufsteiger in seinem zweiten Heimspiel seinen zweiten Bundesliga-Dreier. Wie aber auch schon beim Heimsieg gegen Mainz (1:0) verpasste es der VfB die Partie trotz einiger guter Gelegenheiten frühzeitig zu entscheiden. 

Der Dreier wurde allerdings teuer erkauft: Torschütze Chadrac Akolo und Kapitän Christian Gentner mussten verletzt vom Feld und vor allem der Stuttgarter Kapitän wurde schwer getroffen.

Die Festung Mercedes-Benz Arena bleibt bestehen: Seit elf Spielen sind die Schwaben nun in der heimischen Arena unbesiegt und trafen zudem in jedem der letzten elf Heimspiele mindestens einmal ins gegnerische Tor – die längste Serie seit dem November 2010. Damals erzielte der VfB in 23 Heimspielen in Folge immer einen Treffer.

Auf den Punkt gebracht

Die Verletzung von Kapitän Christian Gentner überschattet das gute Ergebnis für den Aufsteiger. „Das war ein Schock für uns alle“, sagte Hannes Wolf auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mit leiser Stimme und fügte an: „Er hat eine schwere Gehirnerschütterung und ein paar gebrochene Knochen. Genaueres wissen wir noch nicht. Wir sind in Gedanken bei unserem Kapitän.“

Intensiv und mutig habe seine Mannschaft gegen Wolfsburg gespielt. „Das macht mich stolz.“ VfL-Trainer Jonker war mit dem Ergebnis, aber vor allem mit der Spielweise seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden: „Unsere Pässe nach vorne waren viel zu ungenau. Dafür sind wir bestraft worden. Ein enttäuschendes Ergebnis.“

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Ausblick

Es geht Schlag auf Schlag in der Bundesliga. Am Dienstag und Mittwoch steht die erste Englische Woche der Saison auf dem Programm. Für den VfB Stuttgart geht es am Dienstagabend nach Gladbach. Um 18:30 Uhr wartet dort im Borussia Park die Mannschaft von Dieter Hecking. In sieben Tagen empfangen die Schwaben dann um 15:30 Uhr den FC Augsburg.

Für den VfL Wolfsburg geht es am Dienstag um 20:30 Uhr mit einem Heimspiel gegen den SV Werder Bremen weiter, ehe die „Wölfe“ dann am Samstag zu Gast beim FC Bayern München in der Allianz Arena sind.


VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg 1:0 (1:0)

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Kaminski, Pavard - Beck, Aogo - Gentner, Ascacibar – Donis (67. Brekalo), Akolo (77. Mangala) – Terodde (71. Asano)

Bank: A. Meyer (Tor), Ailton, Burnic, Ofori

Trainer: Hannes Wolf

Wolfsburg: Casteels - Knoche, Camacho, Uduokhai – De Asevedo (46. Verhaegh), Gerhardt - Guilavogui, Arnold - Didavi (79. Malli) – Dimata (65. Nteb), Origi

Bank: Grün (Tor), Itter, S. Jung, Bazoer, Osimhen

Trainer: Andries Jonker

Tore: 1:0 Akolo (42.)

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Zuschauer: 50.500