VfB Stuttgart

Auf der Suche nach der weiß-roten DNA

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Autor Michael Ohnewald: „Der besondere Zauber des Fußballclubs vom Wasen liegt in der Vielschichtigkeit der Menschen, die ihn ausmachen.“ © ZVW/Danny Galm
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„Mensch VfB. Annäherung an die Seele des Stuttgarter Fußballclubs“.

Stuttgart. Im Jubiläumsjahr des VfB Stuttgart, der Traditionsverein aus Bad Cannstatt feiert in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag, hat sich der Autor Michael Ohnewald auf die Suche nach der Seele des Vereins begeben. Für seine Spurensuche hat er 16 Personen getroffen, die den Brustring im Herzen tragen.

Auf 148 Seiten porträtiert Ohnewald neben aktuellen und ehemaligen Spielern wie Karl Allgöwer, Mario Gomez, Timo Baumgartl oder Cacau auch besonders treue VfB-Seelen wie Zeugwart-Legende Jochen Seitz oder die langjährige Chefsekretärin Loni Braun.

„Annäherung an die Seele des Stuttgarter Fußballclubs“

Andere begleiten den Club aus der Nahdistanz wie der VfB-Historiker Florian Gauß oder der Kolumnist Oskar Beck. Und wieder andere sind auf ihre Art Botschafter für den Verein mit dem roten Brustring wie Fan Ramona Bräunig, Präsident Wolfgang Dietrich oder Brenzband Musiker Ralf Dinter.

Auf die Idee für seine „Annäherung an die Seele des Stuttgarter Fußballclubs“ brachten den freien Journalisten die beiden Ludwigsburger VfB-Anhänger Harry und Felix, die sich im Stadion kennengelernt haben und jetzt als Hobby ein VfB-Bier mit Rotstich brauen.

„Die Leute draußen haben ein Gefühl dafür, ob wir ein Söldnerclub sind" 

„Der besondere Zauber des Fußballclubs vom Wasen liegt in der Vielschichtigkeit der Menschen, die ihn ausmachen“, sagt Ohnewald über die weiß-rote DNA der 16 Porträtierten, „Sie sind treu und haben oft feine Antennen wie Physiotherapeut Gerhard Wörn, der seit mehr als 30 Jahren im Hintergrund arbeitet und sich nach Kräften in den Dienst eines Vereins stellt, den er liebt.“

„Die Leute draußen haben ein Gefühl dafür, ob wir ein Söldnerclub sind oder ob wir hier unsere weiß-rote Seele bewahren“, sagt das VfB-Urgestein Wörn - und genau solche Typen wollte Ohnewald für sein Buch finden. Er bezeichnet sie auch als "Botschafter des Brustrings, die der VfB-Seele Konturen geben." 

Sein Werk soll dabei auch jenseits des Tagesgeschäfts Bestand haben. "Der VfB ist mehr als die Summe aller gesammelten Punkte", sagt Ohnewald. Das sieht auch VfB-Präsident Wolfgang Dietrich so. Das Buch beschreibe Menschen, "die unseren VfB groß gemacht haben" und habe so eine "Stelle besetzt, die mir besonders am Herzen liegt."

Aktuell durchlebt der Verein mal wieder schwere Zeiten. "Es sieht böse aus", sagt der langjährige Zeugwart Jochen Seitz im Gespräch mit Loni Braun, die 35 Jahre - und damit 31 Trainer lang - als Chefsekretärin im Clubhaus der Schwaben arbeitete. "Das sind wir ja gewöhnt", schmunzelt die Korberin.

Genau diese Schwankungen sind für den VfB-Historiker Dr. Florian Gauss aber auch der besondere Reiz des Vereins. "Der VfB ist wie das Leben voller Aufs und Abs. Das macht ihn so einzigartig." Und Jochen Seitz ergänzt: "Irgendwie isch mein Blut halt dunkelrot. Des kann mer net erklära."


Das Buch

„Mensch VfB. Annäherung an die Seele des Stuttgarter Fußballclubs“. 148 Seiten mit Fotos von Reiner Pfisterer, 19.90 Euro. Ab sofort erhältlich beim VfB Stuttgart und im Buchhandel.

Der Autor

Michael Ohnewald, geboren am 8. November 1964 in Stuttgart, volontierte 1989 bei der Bietigheimer Zeitung und wurde anschließend Lokalredakteur bei der Backnanger Zeitung. Berufsbegleitend studierte er Kommunikationswissenschaften an der FU Berlin. 1995 wechselte er zur Stuttgarter Zeitung; dort war er von 2007 bis 2011 leitender Redakteur für Reportagen. Inzwischen betreibt Ohnewald ein Büro als Texter und Freier Autor in Ludwigsburg.