VfB Stuttgart

Auf und neben dem Platz: Der VfB Stuttgart steht vor richtungsweisenden Wochen

Pellegrino Matarazzo
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht am Spielfeldrand. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Das Schicksal einiger seiner Vorgänger wird Pellegrino Matarazzo mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit nicht ereilen. Für Bruno Labbadia, Armin Veh, Alexander Zorniger und Markus Weinzierl war nach Niederlagen gegen den FC Augsburg in den vergangenen Jahren beim VfB Stuttgart Schluss. Der aktuelle Trainer des Fußball-Bundesligisten hat seinen Job dagegen vor der Partie bei den Fuggerstädtern am Sonntag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) sicher.

Chaos in der Führungsetage - zwei Niederlagen in der Liga

Als gesamter Club steht der VfB jedoch durchaus vor richtungsweisenden Wochen. In der Führungsetage tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt. «Diese Unruhe, die oben stattfindet, hat nichts mit unserem Weg zu tun», sagte Matarazzo am Freitag zwar. Er übertrage diesen Druck auch nicht auf seine Spieler. Und dennoch könnten auch die mal wieder ein Erfolgserlebnis vertragen.

Seit ihrem furiosen 5:1 bei Borussia Dortmund Mitte Dezember haben die Stuttgarter in der Liga nicht mehr gewonnen. Gegen den VfL Wolfsburg (0:1) und RB Leipzig (0:1) kassierten sie zuletzt zwei Niederlagen nacheinander. «Zwei sehr gute Gegner, die in dieser Phase formstark waren» seien das gewesen, betonte Matarazzo.

Auch die zuletzt mangelhafte Chancenverwertung beunruhigt ihn nicht. «Aus meiner Sicht ist alles noch im grünen Bereich», sagte er. Und die Tabelle, in der der Aufsteiger mit ordentlichen 18 Punkten weiter im gesicherten Mittelfeld liegt, interessiere ihn aktuell sowieso nicht.

Läuft der VfB Gefahr, sich im Abstiegskampf zu sicher zu fühlen?

Womöglich interessiert sie Matarazzo Ende des Monats aber etwas mehr. Mit Ausnahme von Champions-League-Achtelfinalist Borussia Mönchengladbach warten nach Augsburg im Januar noch ausschließlich Mannschaften auf den VfB, die zu seiner Kragenweite gehören: Arminia Bielefeld, der SC Freiburg und der FSV Mainz 05. Spiele, in denen sich die Schwaben vielleicht schon endgültig aller Abstiegssorgen entledigen können - oder eben nicht.

«Die Gefahr, sich zu sicher zu fühlen» oder einer gewissen «Ziellosigkeit» erkenne er bei seiner Mannschaft angesichts von acht Zählern Vorsprung auf Relegationsrang 16 noch nicht, sagte Matarazzo. Im Training am Donnerstag, bei dem auch Mittelfeldspieler Daniel Didavi nach auskurierter Erkältung wieder voll mitmischte, sei «wieder eine unfassbare Energie auf dem Platz zu spüren» gewesen.

Etwas mehr Präzision, Durchschlagskraft und Effektivität vor dem gegnerischen Tor wünscht sich der 43-Jährige in Augsburg aber schon wieder. Auch wenn der FCA die Mannschaft habe, «die von den Abständen her am kompaktesten steht», wie Matarazzo analysierte. Den VfB erwartet gegen die bayerischen Schwaben wieder mal viel Arbeit, ein weiteres Schicksalsspiel für seinen Trainer aber nicht.