Afghanistan

Außenminister aus zwölf Ländern verstärken Druck auf Taliban

Frauen in Afghanistan
Die Taliban schränken Frauenrechte im Land stark ein. © Oliver Weiken

Washington (dpa) - Nach dem UN-Sicherheitsrat haben nun auch die EU sowie Länder wie die USA, Deutschland und Frankreich die Taliban aufgefordert, das Arbeitsverbot für Frauen in Nichtregierungsorganisationen (NGO) in Afghanistan sofort zurückzunehmen.

In einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister und Außenministerinnen von zwölf Ländern sowie des EU-Außenbeauftragten hieß es, man sei über «die rücksichtslose und gefährliche Anordnung» der militanten Islamisten «zutiefst besorgt». «Wir fordern die Taliban auf, diese Entscheidung dringend rückgängig zu machen.»

UN: Frauenrechte achten

An der vom US-Außenministerium am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung waren zudem Australien, Kanada, die Schweiz, Italien, Japan, Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Großbritannien beteiligt. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat die Taliban aufgefordert, die Frauenrechte in dem Land zu achten.

Am Samstag hatten die Taliban angeordnet, NGOs müssten ihre Mitarbeiterinnen bis auf Weiteres suspendieren. Das Wirtschaftsministerium in Kabul begründete seine Forderung damit, dass sich die Frauen angeblich nicht ordentlich verschleierten und damit gegen Vorschriften in dem islamischen Land verstießen. Der Schritt löste weltweit Sorge und Kritik aus.

Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 haben die Islamisten Frauenrechte massiv eingeschränkt. Vor kurzem hatten die Islamisten Frauen von allen Universitäten verbannt. Schulbildung war für Mädchen von den Islamisten bereits wenige Monate nach ihrer Machtübernahme eingeschränkt worden.

Suspendierung von Frauen in NGOs gefährdet Millionen Afghanen

In der Erklärung der Außenminister hieß es weiter, durch die Suspendierung von Frauen von NGOs würden Millionen Afghanen gefährdet, die für ihr Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen seien. Ohne Frauen würden die NGOs nicht in der Lage sein, die bedürftigsten Menschen des Landes mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Wintervorräten und anderen lebensnotwendigen Materialien und Dienstleistungen zu versorgen. Die Taliban zeigten so weiterhin ihre Verachtung für die Rechte, Freiheiten und das Wohlergehen des afghanischen Volkes, insbesondere der Frauen und Mädchen.