Osteuropa

Bulgarien: Staatschef gewinnt erste Runde der Wahl

Wahlen in Bulgarien
Ein Mann geht in Bulgariens Haupstadt Sofia an einem Wahlplakat von Spitzenkandidat Kostadin Kostadinov vorbei. In dem osteuropäischen Land haben die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen begonnen. Foto: Giannis Papanikos/AP/dpa © Giannis Papanikos

Sofia (dpa) - Bulgariens Staatsoberhaupt Rumen Radew hat die erste Runde der Präsidentenwahl am Sonntag mit gut 49 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Trotzdem muss eine Stichwahl entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren Präsident des EU-Landes sein wird.

Das geht aus einer ersten Prognose des Meinungsforschungsinstituts Gallup International auf der Basis von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe hervor. Auf Platz zwei liegt demnach mit 25 Prozent der Rektor der Universität Sofia, Anastas Gerdschikow. Dieser wird von der früher regierenden bürgerlichen GERB von Ex-Regierungschef Boiko Borissow unterstützt.

Zwischen Radew und Gerdschikow muss es voraussichtlich am kommenden Sonntag eine Stichwahl geben. Diese wird notwendig sein, da der frühere Kampfflieger und Luftwaffenchef Radew nicht mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Zwei weitere Meinungsforschungsinstitute, Alpha Research und Trend, veröffentlichten ähnliche Prognosen für den Ausgang der Präsidentenwahl. Mit amtlichen Zwischenergebnissen war vorerst kaum zu rechnen. Parallel zur Präsidentenwahl stimmten die Wahlberechtigten in Bulgarien auch über die Zusammensetzung des neuen Parlaments ab.

Die Doppelwahl in dem ärmsten EU-Land wurde mitten in einer heftigen vierten Corona-Welle organisiert. Für Covid-19-Patienten und Menschen unter Quarantäne gab es mobile Wahlurnen.

Die dritte Parlamentswahl seit April wurde notwendig, weil auch die erst im Juli gewählte Volksversammlung keine regierungsfähige Mehrheit zustande bringen konnte.

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