USA

Druck auf republikanischen Kandidaten in Georgia wächst

Herschel Walker
Herschel Walker, republikanischer Kandidat für den US-Senat, spricht während einer Wahlkampfveranstaltung in Dawsonville. © John Bazemore

Atlanta (dpa) - Im Rennen um einen Sitz im US-Senat, der über die Kontrolle der Parlamentskammer entscheiden könnte, gerät der republikanische Kandidat Herschel Walker weiter in Bedrängnis. Gestern trat eine zweite Frau an die Öffentlichkeit, der zufolge der ehemalige Football-Spieler sie zu einer Abtreibung gedrängt habe.

Der 60-Jährige tritt als kategorischer Abtreibungsgegner an und die Enthüllungen könnten seine Glaubwürdigkeit untergraben. Walker wies die Angaben der Frau bei einem Wahlkampfauftritt zurück, wie der TV-Sender NBC berichtete.

Vor einigen Wochen hatte bereits eine andere Frau unter anderem der Website «The Daily Beast» und der «Washington Post» gesagt, Walker habe ihr Geld für eine Abtreibung gegeben. Walker bestreitet auch dies. Beide Frauen wollten anonym bleiben, um sich und ihre Familien zu schützen. Die zweite Frau wurde ihren Angaben zufolge 1993 von Walker schwanger.

Beide Senatssitze in Georgia in Hand der Demokraten

In Georgia dürfen Einwohner bereits seit Montag vergangener Woche abstimmen, während der eigentliche Wahltermin am 8. November ist. Inzwischen wurden rund eine Million Stimmen abgegeben, wie der für Wahlen zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger gestern mitteilte. Der überraschende Gewinn beider Sitze aus Georgia hatte den Demokraten von Präsident Joe Biden 2020 nach sechsjähriger Pause die Kontrolle über den Senat gebracht.

Normalerweise werden Senatoren in den USA für sechs Jahre gewählt. Für einen der Sitze stellt sich nun aber Amtsinhaber Raphael Warnock wieder zur Wahl, weil es vor zwei Jahren nur um den Abschluss der Amtszeit eines zurückgetretenen republikanischen Vorgängers ging. Walker fordert ihn für die Republikaner heraus. Nach jüngsten Umfragen liegt der Demokrat Warnock leicht vorn.

Bei der diesjährigen Senatswahl zählt für beide Parteien jeder Sitz: Beide Lager haben im Senat aktuell jeweils 50 Senatoren. In Patt-Situationen gibt die Stimme von Vizepräsidentin Kamala Harris für die Demokraten den Ausschlag.

In der aktuellen Wahlrunde stehen 14 von Demokraten und 21 von Republikanern gehaltene Sitze zur Abstimmung. Im Großteil der Rennen scheint allerdings sicher, dass sich die Parteizugehörigkeit der Sitze nicht ändern wird.