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Getöteter schwarzer Jogger Arbery - Beratung der Jury

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Black-Lives-Matter- und Black-Panther-Demonstranten vor dem Glynn County Courthouse in Brunswick, wo der Prozess stattfindet. Foto: Stephen B. Morton/AP/dpa © Stephen B. Morton

Brunswick (dpa) - Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines schwarzen Joggers in den USA hat sich die Jury zu Beratungen über das Urteil zurückgezogen.

Die Staatsanwaltschaft forderte vor Gericht in Brunswick im Bundesstaat Georgia, die drei weißen Angeklagten in allen Punkten schuldig zu sprechen. Der 25-jährige Ahmaud Arbery war Anfang 2020 beim Joggen erschossen worden. Der Fall hatte nach der Veröffentlichung eines Handy-Videos international Aufmerksamkeit erlangt. Die Angeklagten plädierten auf nicht schuldig.

Vor Gericht müssen sich der Verdächtige Gregory M. und sein erwachsener Sohn Travis wegen Mordes verantworten. Den Ermittlern zufolge hatten sie Arbery zunächst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen bedroht. Dem Autopsiebericht zufolge wurde er von zwei Schüssen aus nächster Nähe in die Brust getroffen. Travis M. feuerte die Schüsse ab. Der dritte Angeklagte, William R., ein Nachbar der beiden anderen Angeklagten, war den Ermittlungen zufolge an der Verfolgung beteiligt und filmte die Tat.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, das Handeln aller drei Männer habe zu Arberys Tod geführt. Die Verteidigung erklärte, die Männer hätten Arbery verfolgt, weil sie ihn für einen Einbrecher gehalten hätten. «Das ist hier nicht der Wilde Westen», sagte Staatsanwältin Dunikoski in ihrem Schlussplädoyer.

Die Jury, die über den Fall entscheidet, besteht aus elf weißen und einem schwarzen Geschworenen. Die Auswahl fast ausschließlich weißer Geschworener hatte für Empörung gesorgt.

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