Ausland

Propaganda im russischen Staatsfernsehen: „Der Westen will uns in Zoos stecken“

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Margarita Simonyan ist Chefredakteurin der russischen Nachrichtenagentur „Russia Today“ (RT). © IMAGO IMAGES/ITAR-TASS

Verrückte Behauptungen über den Westen seitens Russland gab es schon viele. In der aktuellen Ausgabe einer Talkshow des russischen Staatsfernsehens übertrafen sich die Gäste nun aber gegenseitig. Die abstruseste Behauptung: Man wolle die Russen in Zoos ausstellen.

Wenn die westliche Welt weiterhin diesen wahnsinnigen Weg gehe, dann steuere sie auf die Vernichtung der Menschheit zu – auch ohne Krieg. Das sagte Margarita Simonyan, Chefredakteurin der russischen Nachrichtenagentur „Rossija Sewodnja“, besser bekannt als „Russia Today“ (RT), in einer Talkshow.

Es handelt sich um die neueste Ausgabe der Sendung „Sonntagabends mit Wladimir Solowjow“ des Senders „Rossiya 1“  (dt.: Russland 1). Russisches Staatsfernsehen, bekannt für seine Kreml-Treue und Kreml-Propaganda.

Treffen mit Putin sei wie Therapie, Westen betreibe Gehirnwäsche

Simonyan leitet die Sendung zunächst mit einem Monolog über ein Treffen mit Putin ein, wie in einem Video, das „t-online“ veröffentlichte, zu sehen ist. Es habe ihr Hoffnung gegeben, sei wie eine Psychotherapie-Sitzung für sie gewesen. Seine Ideen müssten weiter verfolgt werden.

Damit kommt sie auf die drohende Vernichtung der Menschheit durch den Westen zu sprechen und stellt eine irritierende Theorie auf: „Noch 50 bis 100 Jahre, dann wird niemand mehr gebären, niemand wird mehr Kinder bekommen können.“ Schuld daran seien westliche Hormontherapien, pharmazeutische Lobbys und Gehirnwäsche, die die Mentalität der eigenen Nation verderbe.

Talkshow-Gast: „Westliche Menschen mögen den Kolonialismus“

Die RT-Chefin bekräftigt, sie wolle nicht in einer solchen Welt leben, die offenbar auch den Russen drohe, sollten sie in der Ukraine unterliegen: „Es ist besser, gleich in den Himmel zu kommen.“ Die anderen Talkshow-Gäste scheinen ihr beizupflichten.

Damit aber noch nicht genug. Die absurdeste Aussage trifft im Anschluss ein russischer Professor, der zu Gast ist. Er behauptet, dass Russen im Falle einer Niederlage im Zoo ausgestellt werden: „Westliche Menschen mögen den Kolonialismus. Sie wollen uns in ihre Zoos stecken. Sie werden kommen und sehen, hier drüben ist ein Elefant und hier drüben ist ein Russe. Kommen Sie nicht zu nahe und füttern Sie nicht durch den Käfig.“

Ob er das tatsächlich ernst meint, darüber lässt sich nur mutmaßen. Sicher ist aber, dass diese Art der Propaganda viele Russinnen und Russen erreicht. Immerhin gilt „Rossiya 1“ als einer der meistgesehenen und wichtigsten Sender des Landes.

Verrückte Behauptungen über den Westen seitens Russland gab es schon viele. In der aktuellen Ausgabe einer Talkshow des russischen Staatsfernsehens übertrafen sich die Gäste nun aber gegenseitig. Die abstruseste Behauptung: Man wolle die Russen in Zoos ausstellen.

Wenn die westliche Welt weiterhin diesen wahnsinnigen Weg gehe, dann steuere sie auf die Vernichtung der Menschheit zu – auch ohne Krieg. Das sagte Margarita Simonyan, Chefredakteurin der russischen Nachrichtenagentur

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