Russland

Putin verlangt Beweise für «angebliche Vergiftung» Nawalnys

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Alexej Nawalny
Städtische Arbeiter übermalen ein Graffiti mit dem Konterfei von Alexej Nawalny. Auf der Wand ist zu lesen: «Held unserer Zeit». Foto: Ivan Petrov/AP/dpa/Archiv © Ivan Petrov
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Putin
Russland Präsident Wladimir Putin während seiner jährlichen Pressekonferenz. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa © Alexander Zemlianichenko

Moskau (dpa) - Russlands Staatschef Wladimir Putin hat mehr als ein Jahr nach der international kritisierten Vergiftung seines Gegners Alexej Nawalny Beweise für ein Verbrechen gefordert.

Der Westen habe bisher keinen Beleg für die «angebliche Vergiftung» mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok vorgelegt. «Nichts. Null», sagte Putin bei seiner großen Jahrespressekonferenz in Moskau. Mehrere Labors, darunter eins der Bundeswehr, hatten nach offiziellen Angaben die Vergiftung nachgewiesen.

Der Kremlchef verteidigte auch das umstrittene Vorgehen gegen Andersdenkende und sogenannte «ausländische Agenten». Vielen sei das unbesiegbare Russland zu groß. «Man kann es nur von innen heraus zersetzen.» Das müsse verhindert werden. Viele Nichtregierungsorganisationen und Medien sind als «ausländischer Agent» in Russland eingestuft, was sie als Stigmatisierung kritisieren. Putin betonte, dass Russland Klarheit wolle, wer vom Ausland Geld erhalte und im Interesse eines anderen Landes arbeite.

Die Sprecherin des inhaftierten Kremlgegners Nawalny, Kira Jarmysch, bezeichnete Putin bei Twitter als einen «Feigling» und mit Blick auf die Attentate auf Oppositionelle als «Mörder».

Der bekannte russische Oppositionelle Nawalny, der im August 2020 nur knapp einen Giftanschlag überlebte, befindet sich seit Anfang des Jahres in einem Straflager. Nawalnys Vergiftung und seine anschließende Festnahme hatten das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Russland und Europa noch zusätzlich belastet. Der Westen hatte wegen des Verbrechens Sanktionen gegen Russland verhängt. Nawalny hatte Putin persönlich für den Mordanschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Der Kreml weist das zurück.

© dpa-infocom, dpa:211223-99-484602/5