Baden-Württemberg

Über 200 Psychiatrie-Mitarbeiter bei Warnstreik

Warnstreik
«Warnstreik!» steht auf einem Schild. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild © Friso Gentsch

Wiesloch (dpa/lsw) - Mehr als 200 Beschäftigte des Zentrums für Psychiatrie in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) haben am Montag an einem Warnstreik für fünf Prozent mehr Gehalt oder mindestens 150 Euro zusätzlich teilgenommen. Sie forderten zudem für Pflegekräfte eine Mindesterhöhung von 300 Euro im Monat. Die sehr anspruchsvolle und durch die Corona-Krise erschwerte Arbeit der Pflegekräfte rechtfertige eine solche Erhöhung, sagte die Verdi-Gesundheitsexpertin für die Rhein-Neckar-Region, Monika Neuner. An den neun Zentren für Psychiatrie im Eigentum des Landes sind etwa 10.000 Menschen beschäftigt. «Anstatt mehr als 20 Millionen Euro für eine Imagekampagne auszugeben, sollte das Land in bessere Arbeitsbedingungen in den Zentren investieren», betonte Neuner.

Nach ihren Angaben sind im Südwesten weitere Warnstreiks vor der nächsten Verhandlungsrunde zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder und den Gewerkschaften am 27./28. November geplant. Verdi will die Arbeitgeber dazu bewegen, durch Verlegungen oder späterere Aufnahme von Patienten den Mitarbeitern zu ermöglichen, ihr Grundrecht auf Streik wahrnehmen zu können.

Verdi ist laut Neuner nicht für eine Impflicht für Pflegekräfte. Die Gewerkschaft empfehle aber die Impfung.

Die Gewerkschaften fordern fünf Prozent mehr Gehalt für die rund eine Million Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder - mindestens 150 Euro monatlich, für Pflegekräfte mindestens 300 Euro im Monat. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte dies als unrealistisch zurückgewiesen.

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