Baden-Württemberg

3500 Menschen bei «Querdenker»-Demo: 387 Platzverweise

Blaulicht
Das Blaulicht eines Polizei-Einsatzfahrzeuges leuchtet. Foto: Marcus Führer/dpa/Archivbild © Marcus Führer

Sinsheim (dpa/lsw) - Im Raum Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) waren am Sonntag nach Angaben der Polizei rund 3500 Menschen unterwegs, um an einer Kundgebung der «Querdenker»-Bewegung teilzunehmen. Weil zu der angemeldeten Kundgebung nur 800 Teilnehmer zugelassen waren, kam es demnach an verschiedenen Orten in der Stadt zu größeren Menschenansammlungen mit zum Teil mehreren hundert Menschen. Die Polizei sprach nach eigenen Angaben gegen 387 Menschen Platzverweise aus, rund 600 Menschen wurden den Angaben zufolge wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung angezeigt. Die Beamten registrierten neun Straftaten, unter anderem eine gefährlichen Körperverletzung gegen einen Polizisten und einen Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Kundgebung selbst verlief den Angaben zufolge «überwiegend störungsfrei». Es seien mehrfach Verstöße gegen die Maskenpflicht und die Abstandsregeln festgestellt worden, worauf die Polizei über den Veranstalter einwirkte. Bereits am Sonntagvormittag seien viele Menschen mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, um an der Kundgebung teilzunehmen, teilte die Polizei mit. Nachdem die zugelassene Teilnehmerzahl erreicht worden war, hätten die Beamten weitere Teilnehmer an mehreren Autobahnabfahrten der A6 und am Bahnhof konsequent abgewiesen. Die Autobahnabfahrt Sinsheim-Süd sei kurzzeitig gesperrt worden. Da einige Teilnehmer versuchten, über die Bahngleise zum Veranstaltungsort zu gelangen, sei der Bahnverkehr zwischen Heilbronn und Heidelberg am Nachmittag für einige Stunden angehalten worden.

Eine Gruppe meldete eine Spontanversammlung an, die durch die Versammlungsbehörde der Stadt Sinsheim aber nicht zugelassen wurde. Dazu hatten sich nach Polizeiangaben rund 500 Personen am Hauptbahnhof in Sinsheim getroffen. Da sich die Personengruppe auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht auflöste, wurden auch dort die Personalien aller Teilnehmer erhoben und Platzverweise ausgesprochen. Gegen sie wurden Anzeigen gefertigt. Aufgrund der polizeilichen Maßnahmen mussten in der Innenstadt immer wieder Straßen gesperrt werden.

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