Ortenaukreis

40 Vermummte sprühen Parolen auf Gefängnismauer in Offenburg

Gesprühte Parolen auf Gefängnismauer in Offenburg
Eine Gruppe von etwa 40 Menschen soll die Parolen und Symbole auf die Außenwand der JVA Offenburg gesprüht haben. © Philipp von Ditfurth

Offenburg (dpa/lsw) - Parolen und Symbole soll eine Gruppe von etwa 40 Menschen auf die Außenwand der Justizvollzugsanstalt in Offenburg gesprüht haben. Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag sind die mutmaßlichen Täter der linken Szene zuzuordnen. Unter anderem wurden die Symbole Hammer und Sichel an der Wand aufgebracht und außerdem Feuerwerkskörper gezündet, wie die Ermittler berichteten. Die Täter sollen in der Nacht zum Donnerstag dabei vermummt gewesen sein und Fahnen geschwenkt haben.

Nachdem die Täter mit mehreren Autos geflüchtet waren, wurden sie von der Polizei auf der Bundesstraße 33 gefasst. Die Beamten beschlagnahmten dabei Spraydosen und Vermummungsmaterial. Die Bundesstraße war während der Polizeiaktion für vier Stunden in einer Richtung gesperrt. Weitere Kräfte der Polizeipräsidien Freiburg und Konstanz sowie der Bundespolizei unterstützten die Aktion.

Die Täter wurden nach Abschluss der Maßnahmen laufen gelassen. Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs, der gemeinschädlichen Sachbeschädigung und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet.

An die Wand des Gefängnisses wurde auch ein roter Stern und der Schriftzug «GEGENMACHT AUFBAUEN» sowie «Free Jo» aufgesprüht. Bei Jo handelt es sich nach dpa-Informationen um einen jungen Mann, der mit anderen am Rande einer «Querdenker»-Demonstration in Stuttgart mehrere Männer brutal niedergeschlagen hatte und deswegen eine Haftstrafen verbüßen muss. Die Opfer wurden teilweise schwer verletzt. Alle drei arbeiteten zum Zeitpunkt der Straftat im Mai 2020 beim Autokonzern Daimler und waren Betriebsratsmitglieder der rechten Gewerkschaft «Zentrum Automobil».

Bereits am 26. November hatte sich gegen 22.10 Uhr rund 50 vermummte Personen vor der Justizvollzugsanstalt Freiburg versammelt und diese mit Rauchbomben, bengalischen Feuern, Farbbeuteln und Steinen beworfen. Im Weiteren wurden Graffiti Schriftzüge auf das JVA-Gebäude angebracht. Damals wurde ein 18-Jähriger im Zuge der Fahndungsmaßnahmen vorläufig festgenommen.