Feuerwehreinsatz

43 Menschen müssen sich nach Hausbrand neue Bleibe suchen

Feuerwehr
Ein Fahrzeug der Feuerwehr fährt an dem Einsatzort vor und wird vom Wehrführer eingewiesen. © David Inderlied

Villingen-Schwenningen (dpa/lsw) - Nach einem Brand in einem von überwiegend von Ausländern bewohnten Häuserensemble in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) müssen sich 43 Menschen eine neue Wohnung suchen. Bei dem Feuer, das am Mittwochnachmittag ausgebrochen war, wurde nach Angaben der Polizei eine Person durch Rauchgas leicht verletzt. Der Schaden wird auf rund 500.000 Euro geschätzt. Die Brandursache war zunächst unklar.

Im Stadtteil Schwenningen hatte es schon im vergangenen Jahr zwei Brände in Häusern gegeben, in denen überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund lebten. Bei einem Brand im April 2021 wird eine technische Ursache angenommen, bei einem Feuer im Oktober wird nach Angaben der Polizei vom Donnerstag fahrlässige Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Das Haus, in dem es nun brannte, war nach Auskunft der Stadt eine sogenannte Anschlussunterkunft für Geflüchtete. Dort lebten in Wohnungen Menschen mit verschiedenen Migrationshintergründen, darunter Flüchtlinge aus der Ukraine und Syrien. In der Stadt ist man froh, dass niemand schwerer verletzt wurde. «Es macht aber betroffen, wie viele Menschen nun kein Obdach mehr haben», sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

14 Bewohner kamen zunächst in einer städtischen Notunterkunft unter, 18 in einem Hotel, der Rest bei Bekannten oder Verwandten. Die Stadt verteilte Notfallboxen mit Essen, Kleidung und sonstiger Erstausstattung.

Das Feuer war im mittleren Haus eines Gebäudeensembles ausgebrochen und hatte dann zwei benachbarte Gebäude erfasst. Die Häuser sind einsturzgefährdet. Über 80 Helfer der Feuerwehr waren im Einsatz. Spezialisten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Im April vergangenen Jahres hatten sich ganz in der Nähe bei einem nächtlichen Wohnhausbrand dramatische Szenen abgespielt. Weil der Fluchtweg abgeschnitten war, sprangen Bewohner teils aus dem Fenster. Zwölf Bewohner und zwei Feuerwehrleute waren damals verletzt worden. Vier Menschen, unter ihnen ein Kind, hatten schwere Verletzungen erlitten.

Im Oktober letzten Jahres war beim Brand eines Wohn- und Geschäftshauses am Marktplatz Schwenningen ein Schaden von 1,5 Millionen Euro entstanden. Rund 20 Menschen waren damals aus den Wohnungen gerettet worden, zwölf Bewohner hatten eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten. Nach Angaben der Stadt verloren bei beiden Bränden Menschen mit Migrationshintergrund ihre Bleibe.