Baden-Württemberg

500 Kilo Kokain: Prozessauftakt gegen mutmaßliche Schmuggler

Landgericht Memmingen
Das Memminger Landgericht von Außen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archiv © Karl-Josef Hildenbrand

Memmingen (dpa) - Weil sie fast eine halbe Tonne Kokain nach Deutschland geschmuggelt haben sollen, müssen sich sechs Männer vor dem Landgericht Memmingen verantworten. Zum Prozessauftakt am Donnerstag wurde zunächst nur die Anklageschrift verlesen, bevor die Verteidigung eine Unterbrechung für ein Rechtsgespräch beantragte. Die Verhandlung soll am Nachmittag fortgesetzt werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, die Drogen im Wert von rund 50 Millionen Euro von Ecuador in Bananenkisten per Schiff in die Niederlande und anschließend per Lkw zu einem Obsthändler in Neu-Ulm geliefert haben zu lassen. Dieser wusste demnach nichts von dem versteckten Kokain.

Die mutmaßliche Bande war aufgeflogen, weil ein Mitarbeiter des Betriebs Kokain-Päckchen bei einer Kontrolle der Kisten entdeckte. Ein Spezialeinsatzkommando nahm die sechs Männer Mitte Dezember fest, als sie in das Lager des Obsthandels einbrachen.

Von wem sie das Kokain gekauft haben könnten und an wen sie es weiterverkaufen wollten, blieb in der Anklageschrift offen. Vor Prozessbeginn schwiegen die Beschuldigten nach Angaben des Landgerichts entweder zu den Vorwürfen oder gaben an, nichts vom Kokain gewusst zu haben. Bei einer Verurteilung wegen bandenmäßigen Drogenhandels drohen ihnen Haftstrafen zwischen 2 und 15 Jahren.