Baden-Württemberg

Aalen bleibt rot: Brütting wird neuer Oberbürgermeister

Marktbrunnen Aalen
Figur des Kaisers Joseph I. auf dem Marktbrunnen, im Hintergrund der alte Rathausturm. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild © Fabian Sommer

Aalen (dpa/lsw) - Die Stadt Aalen bleibt in SPD-Hand. Auf den scheidenden Oberbürgermeister Thilo Rentschler folgt der 37-jährige SPD-Kommunalpolitiker Frederick Brütting. Der bisherige Bürgermeister der Gemeinde Heubach im Ostalbkreis setzte sich ganz klar gegen die CDU-Politikerin Catherine Rommel durch. Brütting erhielt 71,2 Prozent der Stimmen, Rommel 20,1 Prozent, wie Amtsinhaber Rentschler am Sonntagabend im Rathaus verkündete.

Die 56-jährige Rommel ist die Enkelin des Wehrmachtsgenerals Erwin Rommel und Tochter des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel. Der Jurist Brütting war vor der Wahl auch von Grünen, Linkspartei und FDP unterstützt worden. Rentschler hatte wegen eines Postens bei der IHK Ostwürttemberg auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Aalen hat 68 000 Einwohner. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,1 Prozent.

Brütting sprach am Abend im Rathaus von einem «starken Votum». Er wolle ein Aalen, «das das Klima schützt, ein wirtschaftlich starkes Aalen, ein sozial gerechtes Aalen». Der 37-Jährige war ab 2009 mal drei Jahre lang Chef der SPD-Jugendorganisation und arbeitete kurzzeitig im SPD-geführten Integrationsministerium. 2012 wechselte er als Bürgermeister nach Heubach.

Die Kommunalberaterin Rommel, die in Stuttgart lebt, war erst relativ spät, Anfang Juni, für die CDU ins Rennen gegangen. Ihre Kandidatur war von den drei OB aus Stuttgart, Frank Nopper (CDU), Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold (CDU), und Tübingen, Boris Palmer (Grüne) unterstützt worden. Rommels Großvater Erwin - auch als «Wüstenfuchs» im Zweiten Weltkrieg bekannt - war in Aalen aufgewachsen. Seine Rolle in der Nazi-Zeit ist sehr umstritten. Das führte auch in Aalen zu Diskussionen, weil eine Straße nach dem General benannt ist.

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