Baden-Württemberg

Abschied nach Lissabon: Freiburg sucht Waldschmidt-Ersatz

SC Freiburg - Luca Waldschmidt
SC Freiburg - Luca Waldschmidt. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © Patrick Seeger

Freiburg (dpa/lsw) - Gleich am Wochenende kickte Luca Waldschmidt erstmals beim Training mit seinem neuen Club Benfica Lissabon. Mehr als 2000 Kilometer entfernt lief das Testspiel des SC Freiburg gegen den Karlsruher SC ohne den Nationalspieler ab. In der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison müssen die Breisgauer nun einen Ersatz für den nächsten prominenten Abgang finden.

«Sportlich und menschlich tut uns sein Wechsel weh», bedauerte SC-Sportvorstand Jochen Saier am Rande des 1:1 am Samstag gegen den Zweitligisten KSC, «den Spielertyp können wir nicht eins-zu-eins ersetzen, es geht um einen Prozess, dass wieder einer da hin kommt.» Zunächst intern sucht Freiburg nun einen Waldschmidt-Ersatz, der SC hält aber auch Ausschau nach einem weiteren Neuzugang.

Nach Torhüter Alexander Schwolow ist Waldschmidt der zweite prominente Abgang in diesem Sommer. Der Offensivspieler unterschrieb beim portugiesischen Rekordmeister einen Fünfjahresvertrag bis 2025. Die Ablösesumme für den 24-Jährigen beträgt nach Benficas Angaben 15 Millionen Euro.

Immer wieder Leistungsträger zu verlieren, das sind die Badener gewohnt. Dementsprechend pragmatisch gab sich Christian Streich. «Wenn er da geblieben wäre, wäre es hochspannend gewesen, das ist klar, bei einem Spieler mit so einer Qualität», sagte der Trainer. «Aber jetzt müssen wir mit den Gegebenheiten umgehen.»

Neben den Stammkräften im Sturm, Nils Petersen und Lucas Höler, werden deshalb in der Vorbereitung die Offensivspieler unter besonderer Beobachtung stehen. Streich will sie aber nicht an Waldschmidt messen, der als Linksfuß «außergewöhnliche Qualitäten mit dem Ball» habe. «Ich will die Jungs da nicht vergleichen», sagte der Coach. Als Neuzugang für die Offensive haben die Breisgauer bereits Ermedin Demirovic geholt.

Waldschmidt war vor zwei Jahren vom Hamburger SV zum Sport-Club gewechselt und reifte unter Streich zum Nationalspieler. Dass er jetzt nicht mehr in der Nähe von Bundestrainer Joachim Löw spielt, der in Freiburg wohnt, sieht der 24-Jährige nicht als Nachteil an. «Ich glaube, dass ich auch hier sehr gut performen kann, das sollte dann auch rüber schwappen bis nach Deutschland», sagte Waldschmidt dem TV-Sender Sky in Lissabon. «Ich glaube der Bundestrainer kann sich auch freuen, wenn ich internationale Spiele machen kann und da performen kann.»

Benfica muss allerdings zunächst in der Champions-League-Qualifikation antreten. «Das war mir bei der Entscheidung bewusst», relativierte Waldschmidt, «wir wollen alles dafür tun, um uns zu qualifizieren.» Benfica hat jedenfalls hohe Erwartungen an ihn: Waldschmidts Vertrag enthält eine Ausstiegsklausel, für eine festgeschriebene Ablöse von 88 Millionen Euro könnte der Stürmer den Club vorzeitig verlassen.