Baden-Württemberg

Alarmstufe Rot: Kabinett befasst sich mit steigenden Neuinfektionen

Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) bei einer Pressekonferenz. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Das grün-schwarze Kabinett befasst sich heute mit der sich zuspitzenden Entwicklung der Corona-Pandemie im Land. Die Infektionszahlen steigen rasant. Zur Eindämmung der Pandemie gelten im ganzen Land seit Montag nochmals strengere Regeln. Dazu gehören eine erweiterte Maskenpflicht sowie verschärfte Kontaktbeschränkungen - und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Stadt oder der Landkreis die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche überschreitet.

Als Reaktion auf die stark steigenden Infektionszahlen hatte die Landesregierung am Samstag die höchste Pandemiestufe und damit die «kritische Phase» ausgerufen. So muss nun überall in öffentlichen Bereichen, etwa Fußgängerzonen, eine Maske vor Mund und Nase getragen werden, sofern nicht sicher ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden kann. In Schulen gilt die Maskenpflicht ab Klasse 5 nun auch im Unterricht. Zudem dürfen sich im privaten Rahmen nur noch maximal zehn Menschen treffen - es sei denn, sie leben in höchstens zwei unterschiedlichen Haushalten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will die Öffentlichkeit gemeinsam mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) nach der Kabinettssitzung informieren.

Die Opposition kritisiert den Kurs der Landesregierung aber als unverständlich und verwirrend. So sei etwa unklar, wann die verschärfte Maskenpflicht im öffentlichen Raum nun gelte, sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Landesregierung müsse die Regeln konkretisieren, um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften.

Bayern hat indes die bundesweit erste Ausgangssperre erlassen. Die Menschen im Kreis Berchtesgadener Land dürfen von heute 14 Uhr an wegen der ungebremst steigenden Infektionszahlen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt.

Der Landkreis lag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - am Montagabend bei 272,8. Das ist bundesweiter Spitzenwert. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.