Baden-Württemberg

Ausschreitungen bei Demos gegen Corona-Maßnahmen

Blaulicht
Das Blaulicht an einem Polizeiwagen leuchtet. Foto: David Inderlied/dpa/Illustration © David Inderlied

Stuttgart (dpa/lsw) - Hunderte Menschen haben in Reutlingen und Stuttgart gegen Corona-Maßnahmen demonstriert und sich dabei oftmals nicht an die geltenden Auflagen gehalten. In Reutlingen kam es zu Ausschreitungen von Teilnehmern gegen die Polizei.

An der Kundgebung in Reutlingen am Samstag unter dem Motto «Für Freiheit, Wahrheit und Selbstbestimmung» nahmen nach Angaben der Polizei rund 1500 Menschen teil. Aufforderungen zum Tragen einer Maske seien ignoriert worden, hieß es. Infolgedessen wurde die Versammlung aufgelöst.

Eine Gruppe zog laut Polizei dennoch weiter in Richtung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB). Dabei zündeten Teilnehmer des Aufzugs vereinzelt Pyrotechnik und Fackeln. Beim Versuch der Polizei, die Versammlung am ZOB zu stoppen, durchbrachen Teilnehmer nach Polizeiangaben mit Gewalt die Kette der Einsatzkräfte, so dass diese von Pfefferspray und Schlagstöcken Gebrauch machten. Im Laufe des Abends wurden mehrere Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Beamte, Beleidigung und versuchter Körperverletzung eingeleitet. Zudem wurden rund 100 Platzverweise erteilt.

Auch in Stuttgart verstießen zahlreiche Menschen am Samstag bei vier Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gegen die Maskenpflicht. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, gab es insbesondere bei einer Versammlung am Schillerplatz Probleme bei der Einhaltung der Maßnahmen. Dort trugen Protestierende entweder keine Maske oder diese nicht korrekt. Am Rande der Demo kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern des Protests und Gegendemonstranten. Gegendemonstranten versuchten demnach, den Teilnehmern den Zugang zu der Kundgebung zu versperren.

Am Marienplatz kamen den Angaben zufolge mehrere Hundert Menschen zusammen, um eine Menschenkette zu formen. Einzelne Teilnehmer hielten sich nicht an die verordnete Pflicht zum Tragen einer Maske, so dass Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wurden. Die Polizei ermittelt nun gegen zwölf Personen, unter anderem weil sie sich nicht an die Versammlungsauflagen, insbesondere die Maskenpflicht, hielten. Einzelne Demonstranten wurden laut Polizei von der Versammlung ausgeschlossen.

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