Schwetzinger Schlossgarten

Bäume aus Europa sollen Bestand retten

Klimaresistente Bäume für Schwetzinger Schlossgarten
Gerhard Raab, technischer Parkleiter steht zwischen dünnen Baumstämmen junger Flatterulmen. © Uwe Anspach

Schwetzingen (dpa/lsw) - Der Klimawandel macht den imposanten Baumbeständen im Schwetzinger Schlosspark schwer zu schaffen. In den vergangenen Jahren haben sie vor allem unter den heißen und trockenen Sommern von 2016 bis 2019 gelitten. «Deren Wirkung war brutal - die Blätter sahen aus, als wenn man sie mit einem Feuerzeug angezündet hätte», sagt Parkleiter Gerhard Raab. Etwa 70 Prozent der Buchen auf dem Gelände der Sommerresidenz von Kurfürst Carl Theodor (1724 bis 1799) sind geschädigt. Die Zahl der abgestorbenen Bäume hat sich auf derzeit 80 im Jahr erhöht, mehr als doppelt so viele wie vor den Hitzeperioden.

Raab und sein Team betreten bei der Rettung des Baumbestands Neuland. Sie greifen nicht auf große Bäume einer anderen Gattung zurück, sondern versuchen mit Setzlingen der gleichen Art aus Regionen mit heißen Sommern und kalten Wintern die Bäume langfristig besser gegen extreme Klimaschwankungen zu wappnen. Der Buchennachwuchs kommt aus Katalonien und Ostpolen und wird im «Kindergarten» des Parks mit Tröpfchenbewässerung gepäppelt. Andere Setzlinge, etwa von Kastanien, werden in Keramikröhren herangezogen, damit sich ihre Wurzeln nach unten statt zu Seite entwickeln. All diese Bemühungen sollen dazu beitragen, dass kommende Generationen sich weiterhin eines möglichst originalgetreuen Gesamtkunstwerks aus Architektur, Kunst und Garten erfreuen können.