Baden-Württemberg

Bayern zünden in Unterzahl Offensiv-Turbo: 3:0 gegen den VfB

Tanguy Coulibaly und David Alaba
Stuttgarts Tanguy Coulibaly und Münchens David Alaba (l-r.) in Aktion. Foto: Matthias Balk/dpa POOL/dpa © Matthias Balk

München (dpa) - In Unterzahl hat Tabellenführer Bayern München angeführt von seinem Torjäger-Phänomen Robert Lewandowski bei der erfolgreichen Einstimmung auf den Bundesliga-Gipfel in Leipzig den Offensiv-Turbo gezündet. Nach dem mächtigen 4:0 (4:0) am Samstag gegen einen defensiv überforderten VfB Stuttgart geht der deutsche Fußball-Serienmeister mit vier Punkten Vorsprung auf Verfolger und Titelrivale RB Leipzig ins direkte Duell nach der Länderspielpause.

Nach der frühen Roten Karte für Abwehrspieler Alphonso Davies (12. Minute) drehten die Münchner beim 40. Sieg im 50. Bundesligaspiel von Trainer Hansi Flick auf und schlugen durch Lewandowski (17./23./39.) und Serge Gnabry (22.) gnadenlos zu.

Lewandowski erhöhte mit dem Dreierpack seine Saisonausbeute auf 35 Treffer. Damit übertraf der 32-jährige Pole seine bisherige Bestmarke von 34 Toren aus der vergangenen Spielzeit. Der 40-Tore-Rekord von Gerd Müller aus dem Jahr 1972 ist für Lewandowski ganz nah.

Der Weltfußballer hätte sogar noch Tor Nummer 36 erzielen können, ja müssen. Aber nach einer präzisen Vorlage von Benjamin Pavard vergab er freistehend (63.). Der Ball rutschte Lewandowski über den Spann. Er ist halt doch ein Mensch und keine Maschine. Nach 70 Minuten beendete Flick den Arbeitstag von Lewandowski vorzeitig.

Der bislang so starke Aufsteiger aus Stuttgart zahlte in der Allianz Arena Lehrgeld. Die Schwaben begannen bei der Jagd nach ihrem 750. Bundesligasieg mit dem 18 Jahre alten Startelf-Debütanten Naouirou Ahamada im Mittelfeld forsch. Die Gäste bestimmten die ersten Minuten. Und nach einem heftigen Tritt von Davies auf den Fuß von Wataru Endo zückte Schiedsrichter Daniel Schlager nach Hinweis des Video-Assistenten und eigener Betrachtung der Szene Rot. Zunächst hatte der Bayern-Verteidiger nur die Gelbe Karte erhalten. In Leipzig wird neben Davies auch Jérôme Boateng (5. Gelbe) gesperrt fehlen.

Kurz danach vergab Sasa Kalajdzic in Überzahl eine große Kopfballchance für die Schwaben. Der Platzverweis wirkte aber eher wie ein Weckruf für die Bayern, die in ihrem 1900. Bundesligaspiel ohne den erkälteten Joshua Kimmich antreten mussten. Flick nannte den Verzicht auf den angeschlagenen Nationalspieler «vernünftiger».

David Alaba, der für Kimmich neben Leon Goretzka ins Mittelfeld vorgerückt war, musste früh die Position von Davies links hinten übernehmen. Innerhalb von sechs Minuten fielen drei Tore und die Partie war entschieden. Gnabry bediente Lewandowski - 1:0. Thomas Müller und Leroy Sané zauberten eine Kombination auf den Rasen, die Gnabry abschloss - 2:0. Und nach Müllers Flanke konnte Lewandowski unbedrängt einköpfen - 3:0. Die VfB-Abwehr agierte total konfus. Besonders Waldemar Anton stand im Abwehrzentrum völlig neben sich, was Lewandowski bei seinem 4:0 ein weiteres Mal bestrafte.

Zum klaren Pausenrückstand kam für die Stuttgarter auch noch eine Verletzung von Wamangituka, der nach einem Zweikampf mit Alaba in die Kabine humpelte. Das sah nicht gut aus. Auch nach der Pause bemühten sich die Gäste um Ergebniskorrektur und spielten nach vorne - jedoch erfolglos. Die Angriffe der Bayern, oft jetzt als Konter, waren meist gefährlicher. Aber im Abschluss waren sie nicht mehr so konsequent, sonst wäre es ein richtig krachendes Schützenfest geworden.

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