Baden-Württemberg

Benevit-Pflegeheime: 62 Mitarbeiter wegen Corona-Impfverweigerung freigestellt

Impfung
Eine Arzthelferin impft eine Patentin mit einer Spritze. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild © Ole Spata

Mössingen (dpa/lsw) - Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister hat in seinen Pflegeheimen 62 Mitarbeiter freigestellt, weil sie sich nicht gegen Corona impfen lassen wollten. Nach Corona-Ausbrüchen in den Pflegeheimen hatte Pfister im November diese Maßnahme ab Dezember angekündigt. Er wolle so die Bewohner in den Pflegeheimen der Einrichtung vor Corona schützen.

Laut Pfister hatten sich 241 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach seiner Ankündigung entschieden, sich impfen zu lassen; 11 Mitarbeiter brachten ein ärztliches Attest vor, 8 legten einen Antikörper-Nachweis vor. «Bei 13 Mitarbeitern wird das Arbeitsverhältnis durch Kündigung beziehungsweise Aufhebungsvertrag beendet», sagte Pfister. Gleichzeitig seien aber 68 Mitarbeiter neu eingestellt worden oder aus Mutterschutz oder Elternzeit zurückgekehrt. Benevit hat nach eigenen Angaben rund 2000 Beschäftigte.

Aktuell haben laut Pfister rund 96 Prozent der Mitarbeiter einen Immunitätsstatus, seien also entweder geimpft, genesen, hätten Antikörper oder ein ärztliches Attest. «Da sich nun täglich weitere Mitarbeiter zu einer Impfung entschließen, hoffe ich, im Januar auch auf 98 Prozent zu kommen.» Seit Beginn der Pandemie seien in den Benevit-Einrichtungen 42 Bewohner, Klienten und eine Mitarbeiterin an oder mit Corona gestorben.

Anfang des Jahres hatte Pfister noch «mit Zuckerbrot» versucht, die Bereitschaft für die Corona-Impfungen unter den Mitarbeitern zu erhöhen. Neben einer Flasche Eierlikör sollten auch 1000 Euro Bonus an eine Einrichtung oder ein Pflegedienstteam fließen. Voraussetzung war, dass sich mindestens 60 Prozent der Beschäftigen dort impfen lassen. Grund der Aktion war die geringe Impfbereitschaft in der Belegschaft der 26 Einrichtungen der Benevit-Gruppe. «Die ursprüngliche Quote von 30 Prozent, die eine Impfbereitschaft signalisiert haben, verändert sich nicht», sagte Pfister damals.

Auf den Eierlikör sei er gekommen, weil die Bewohner nach jedem Corona-Abstrich auf Wunsch ein Gläschen davon erhielten. Da habe es einige Mitarbeiter gegeben, die das auch gerne wollten. Mit diesen Worten beendete Pfister seinen Appell: «Es kommt jetzt auf jeden Einzelnen an, damit wir dieses verdammte Virus besiegen.»

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