Baden-Württemberg

Bergwacht erwartet im Corona-Winter schwierigere Einsätze

Adrian Probst
Bergwacht-Landeschef Adrian Probst. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © Patrick Seeger

Freiburg (dpa/lsw) - Die Bergwacht Schwarzwald rechnet angesichts stillstehender Lifte im Corona-Winter mit schwierigeren Einsätzen abseits der Piste. In einem normalen Winter gebe es die meisten Unfälle auf den Pisten, nur ein kleiner Teil geschehe im freien Gelände. «Dieses Jahr erwarten wir das Gegenteil. Wir gehen nicht von einer Steigerung der Einsatzzahlen aus, sondern von deutlich komplexeren Einsätzen», sagte Bergwacht-Landeschef Adrian Probst der «Badischen Zeitung» (Donnerstag).

Er verwies auf die Erfahrungen des vergangenen Wochenendes. «Wir hatten mindestens zehn Einsätze, darunter waren ganz verschiedene Unfälle: Von einem internistischen Notfall bis zu gestürzten Langläufern. Manche Pisten waren am Wochenende genauso voll wie sonst, die sind ja nicht abgesperrt, aber eben auch nicht präpariert.»

Die Bergwacht ist vorbereitet: Sie hat Suchdrohnen mit Wärmebildkameras angeschafft und neue Fahrzeuge. «Wir setzen zudem mehr auf Hubschrauber, da wir schneller und öfter an verschiedene Orte müssen», so Probst. Auch die Einsatztaktik sei angepasst worden. Die Bergwacht hat feste Dienstmannschaften von fünf bis zehn Personen gebildet, die den ganzen Winter zusammen im Einsatz sind. «Wenn jemand im freien Gelände verunglückt, brauchen wir mehr Personal als auf der Piste», erläuterte Probst der Zeitung.

Dieser Winter bringe die Bergwacht personell an die Grenzen. Damit die Corona-Verordnung eingehalten werde, würden an Tagen mit hohem Besuchsaufkommen Einsatzschwerpunkte wie der Nordschwarzwald oder der Feldberg dauerhaft besetzt.