Baden-Württemberg

Bestechungsvorwurf gegen Mitarbeiterin der Stadt Mannheim

Baukräne ragen in den Himmel
Baukräne ragen in den Himmel. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © Britta Pedersen

Mannheim (dpa/lsw) - Eine Mitarbeiterin der Stadt Mannheim soll für Schmiergeld illegale Bauvorhaben genehmigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 48 Jahre alten Frau vor, sie habe als Sachbearbeiterin des Bauamtes von zwei tatverdächtigen Männern mehrere tausend Euro erhalten, um Projekte zu genehmigen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch weiter mitteilten, sollen die 28 und 41 Jahre alten Männer der Frau auch kostenlose Reisen und ein Motorrad angeboten haben, wenn sie den Weg für Bauvorhaben freimache.

Aus Sicht der Ermittler soll die Sachbearbeiterin seit März 2019 in 19 Fällen unter anderem unrechtmäßig Baugenehmigungen erteilt haben. Auch habe sie für die Planung von Projekten öffentlich nicht zugängliche Informationen weitergegeben. Um was für Vorhaben es sich dabei konkret gehandelt haben soll, war zunächst nicht zu erfahren.

Bei Durchsuchungen von 44 Wohnungen und Geschäftsräumen habe die Polizei am Mittwoch umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Sowohl die tatverdächtigen Männer als auch die Frau seien wegen des Verdachts der Bestechung und der Bestechlichkeit festgenommen worden. Wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr erließ das Amtsgericht in Mannheim Haftbefehle gegen die Männer, die den Angaben zufolge im Rotlichtmilieu aktiv sind. Sie seien in Gefängnisse gebracht worden.

Bei verdeckten Ermittlungen waren die Behörden den Angaben zufolge auch auf eine 40 Jahre alte Frau aufmerksam geworden, die mit Drogen gehandelt haben soll. Welche Rolle sie in dem Bestechungsfall spielt, werde untersucht, sagte ein Polizeisprecher. Ob die mutmaßliche Drogendealerin und die verdächtige Mitarbeiterin des Bauamtes in Untersuchungshaft müssen, werde am Donnerstag entschieden.

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