Prozess

Betrug mit Schnelltests: Bande erbeutet Millionen Euro

Eine Ausgabe der Strafprozessordnung liegt in einem Gerichtssaal
Eine Ausgabe der Strafprozessordnung liegt in einem Gerichtssaal. © Friso Gentsch

Mannheim (dpa/lsw) - Eine fünfköpfige Bande soll im vergangenen Jahr fingierte Leistungen in Corona-Schnelltestzentren geltend gemacht und dabei mehr als drei Millionen Euro erbeutet haben. Einer der Männer muss sich seit Montag vor dem Landgericht Mannheim verantworten, weil er laut Anklage mit einem Komplizen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) von August bis Oktober 2021 rund 345 000 Euro für nicht erbrachte Leistungen abgerechnet hatte. Der 36-Jährige hatte demnach weder die erforderliche Einweisung absolviert noch ein Gewerbe angemeldet. In ähnlicher Weise sollen drei weitere gesondert Angeklagte in wechselnder Zusammensetzung rund drei Millionen Euro erschlichen haben.

Der Angeklagte soll als Standort des Testcenters eine Adresse in Heidelberg angegeben haben. Andere Bandenmitglieder sollen Teststationen an zwei Standorten in Mannheim angemeldet haben. Der Angeklagte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, gemeinsam mit vier - teils flüchtigen - Männern eine Bande zur Verübung fortgesetzter Betrugstaten gebildet zu haben.