Baden-Württemberg

Bierhoff sieht Nationalteam vor großen Aufgaben

Oliver Bierhoff spricht bei einer Pressekonferenz
Oliver Bierhoff, Direktor der Nationalmannschaft, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Alex Grimm/Getty Images Europe/DFB/dpa © Alex Grimm

Stuttgart (dpa) - Oliver Bierhoff sieht die Nationalmannschaft und den Deutschen Fußball-Bund durch die Corona-Krise weiter vor riesigen Aufgaben. Besonders der enge Spielkalender in den Herbstmonaten ist für der DFB-Direktor problematisch. «Wenn wir dann natürlich im Oktober, November drei Länderspiele innerhalb von acht oder zehn Tagen durchführen müssen, dann ist das körperlich eine Herausforderung. Es ist eine Herausforderung für die Trainer. Sie haben kaum Trainingsmöglichkeiten mit der Mannschaft», sagte Bierhoff in einem ARD-Interview.

Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw beendet mit den Spielen der Nations League am Donnerstag in Stuttgart gegen Spanien und am Sonntag in Basel gegen die Schweiz ihre fast zehnmonatige Auszeit. Im Oktober und November tritt sie neben je zwei Spielen der Nations League auch noch zu Testspielen gegen die Türkei und Tschechien an. Das hatte zuletzt auch Löw als «grenzwertig» bezeichnet. Bierhoff erläuterte die ökonomischen Zwänge: «Aber wir verstehen natürlich die Notwendigkeit der UEFA, wir verstehen auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und gehen das deswegen positiv an.»

Der DFB ist selbst auf die Länderspieleinnahmen angewiesen, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern. Diese seien «schon heftig gewesen.» Bierhoff macht sich zudem Gedanken, wie sich der Fußball für Fans interessant halten kann. «Es ist anstrengend, gerade jetzt in den schwierigen Zeiten, wo die Menschen andere Sorgen haben, dass wir den Sport auch weiter attraktiv machen», sagte er.

Da sieht Bierhoff auch die Profis in der Pflicht. «Am Ende kommt man natürlich immer dahin, neben all den Nebensächlichkeiten, ob die Currywurst passt oder ob der Sitzplatz gut ist, es geht um die Leistung auf dem Platz und es geht um ein emotionales, authentisches, ehrliches Auftreten der Mannschaft», meinte Bierhoff. Darum müsse sich der DFB in den kommenden Monaten «ernsthaft kümmern.»