Baden-Württemberg

Blasmusik bleibt im grünen Kunstministerium

Grüne blasen CDU den Marsch
Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa-Pool/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Eigentlich wollte die Südwest-CDU mit Pauken und Trompeten ein eigenes Heimatministerium einweihen. Vorbild war dafür Bayern. Doch in den Koalitionsverhandlungen schaltete der große grüne Koalitionspartner auf stur. Glaubt man der CDU, hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann das eigentlich schon zugesagt und die anderen in der Grünen-Spitze holten dieses Ja wieder zurück. Heraus kam ein zusätzliches Ressort, das für Landesentwicklung und Wohnen zuständig ist. Ressortchefin wurde die CDU-Frau Nicole Razavi. Bis zuletzt gab es jedoch ein Tauziehen um die Blasmusik.

Bisher gehörte sie wie die restliche Amateurmusik zum Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das von der Grünen-Politikerin Theresia Bauer geführt wird. Künftig sollte Razavi dafür wie auch für die Heimattage zuständig sein, die bislang vom Staatsministerium organisiert wurden. Nun hat die Regierungszentrale eine Liste mit den einzelnen Zuständigkeiten herausgegeben und siehe da: Die Blasmusik bleibt im Kunstministerium. Bauer freute sich darüber: «Es ist gut und richtig, dass die Blasmusik im Kontext der Amateurmusik in unserem Ministerium bleibt.»

Zuvor hatte sich schon ein früherer CDU-Spitzenpolitiker über die Pläne der eigenen Partei aufgeregt, die Zuständigkeit für Musikvereine, Blasorchester und andere Ensembles neu zu ordnen. Ex-Agrarminister Rudolf Köberle, heute Präsident des Blasmusikverbands im Südwesten, hatte erklärt: «Die beiden Blasmusikverbände aus der Amateurmusikfamilie herauszulösen, scheint uns sachlich und emotional völlig abwegig.» Razavi ist nicht traurig über die Entscheidung: «Ich begrüße diese Lösung sehr. Ich habe intern dafür geworben, dass Blasmusik und Laienmusik beieinander bleiben.» Auch die Heimattage wurde sie wieder los. Künftig ist dafür das Innenministerium von Thomas Strobl (CDU) zuständig.

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