Baden-Württemberg

Boris Palmer zieht Bilanz zum «Tübinger Weg»

Tübinger Testmodell
Ein Mann trägt in Tübingen ein Tagesticket-Armband. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild © Christoph Schmidt

Tübingen (dpa/lsw) - Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wird heute eine Bilanz zum sogenannten «Tübinger Weg» ziehen. In der Ringvorlesung «Was lernen wir in Tübingen aus der Corona-Krise?» beim Weltethos-Institut in Tübingen spricht Palmer über den früh eingeschlagenen Weg der Universitätsstadt, mit massenhaften Schnelltests auch während der Pandemie Lockerungen zu ermöglichen. Die Diskussion wird vom Tübinger Politikwissenschaftler Christopher Gohl moderiert.

In Tübingen läuft noch bis zum 18. April ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An neun Teststationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen. In einer ersten Zwischenbilanz hatte sich Palmer trotz Unregelmäßigkeiten bei der Testauswertung zufrieden gezeigt. Das Modellprojekt wird vom Universitätsklinikum Tübingen wissenschaftlich begleitet.

Mit den massenhaften Schnelltests sollen viele auch symptomlose Infektionen erkannt und so weitere Ansteckungen verhindert werden. Im Zuge der Ausbreitung der ansteckenderen Varianten des Coronavirus steigt auch im Landkreis Tübingen das Infektionsgeschehen. Die Region steht im landesweiten Vergleich noch recht gut da, überschritt zuletzt aber auch mehrfach den Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz.

Immer mehr Städte und Landkreise im Südwesten würden ebenfalls gerne mehr Lockerungen anhand regelmäßiger Schnelltests ähnlich dem Modell in Tübingen anbieten. Beim baden-württembergischen Gemeindetag hätten sich bereits mehr als 100 Städte und Gemeinden gemeldet, die solche Modelle umsetzen wollten, hatte Gemeindetags-Präsident Steffen Jäger der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

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