Baden-Württemberg

Bußgeld verhängt nach umstrittenem Wanderausflug im Donautal

Geld
Viele Eurobanknoten stecken in einer Geldbörse. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration © Patrick Pleul

Mühlheim an der Donau (dpa) - Nach ihrem umstrittenen Ausflug in das verschneite Donautal Anfang des Jahres sind mehrere Teilnehmer einer Wandergruppe zu Geldstrafen verurteilt worden. Die Wanderer sollen die Corona-Regeln nicht beachtet haben. Das Landratsamt Tuttlingen hatte Bußgelder zwischen 150 und 362 Euro verhängt, allerdings hatten nur vier Teilnehmer der Wanderung diese Strafe akzeptiert. Die neue Strafhöhe des Amtsgerichts Tuttlingen fällt mit 75 Euro deutlich geringer aus, als ursprünglich festgesetzt. Zuvor hatte die «Schwäbische Zeitung» über die Entscheidung berichtet.

Nach dem Ausflug hatte der Tuttlinger Landrat Stefan Bär (Freie Wähler) die Gruppe für mehr als zwei Dutzend weitere Corona-Infektionen verantwortlich gemacht. Dieser Einschätzung folgte das Gericht nicht. Nach Ansicht von Gerichtsdirektor Thomas Straub gibt es zwar Vermutungen zu weiteren Ansteckungen, es liege aber nichts Gerichtsfestes vor. Der Verlauf einer Infektion sei ohnehin äußerst schwer nachzuweisen, sagte er am Donnerstag auf Anfrage. Das Bußgeld sei in einem schriftlichen Verfahren ohne Hauptverhandlung festgesetzt worden.

Der Wanderausflug der 14-köpfigen Gruppe samt geselligem Beisammensein in einer Hütte hatte im vergangenen Januar für Aufsehen gesorgt. Die Teilnehmer stammten nach damaligen Angaben der Stadt Mühlheim an der Donau aus zehn Haushalten, Corona-Regeln sollen nicht eingehalten worden und positiv getestete Teilnehmer ihre Quarantäne gebrochen und danach auch Arbeitskollegen angesteckt haben. Stefan Bär, Landrat des Landkreises Tuttlingen, hatte das Verhalten damals als «rücksichtslos» bezeichnet.

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