Baden-Württemberg

CDU-Parteitag in Stuttgart immer unwahrscheinlicher

CDU-Delegierte sitzen vor dem Partei-Logo
CDU-Delegierte sitzen vor dem Partei-Logo. Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild © Swen Pförtner

Stuttgart/Berlin (dpa) - Der für den 4. Dezember geplante CDU-Parteitag in Stuttgart zur Wahl eines neuen Vorsitzenden wird wegen der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen immer unwahrscheinlicher. Die Menschen im Land würden kaum verstehen, dass sich 1001 Delegierte versammelten, während wegen Corona die Beschränkungen für die Bürger verstärkt würden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Donnerstag in der Parteiführung. Dies gelte selbst dann, wenn die Hygienevorschriften mit dem vom Adenauerhaus ausgearbeiteten Schutz- und Warnsystem eingehalten werden könnten.

An diesem Montag will die CDU-Spitze deswegen in Sitzungen von Präsidium und Vorstand über Alternativen entscheiden. Auch eine früher angedachte Verlegung des Präsenzparteitags an einen anderen Ort wie beispielsweise Leipzig gilt als kaum realisierbar. Auch dort stünde die Partei vor dem Problem, dass eine große Zahl von Menschen zusammenkommen müsste - und dies wie bei einem Parteitag in Stuttgart auf Unverständnis stoßen würde, heißt es in der CDU.

Eine Verschiebung des Parteitags ins kommende Jahr sei ebenfalls nicht ausgeschlossen, hieß es weiter. Das Nachrichtenportal «The Pioneer» hatte zuvor berichtet, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) habe intern eine solche Verschiebung angemahnt.

Vorbild für die Bundes-CDU könnte nach dpa-Informationen indes die vorgesehene Organisation des niedersächsischen CDU-Landesparteitags am 7. November sein. Das dortige Parteipräsidium hatte nach einer Sitzung am Dienstag vorgeschlagen, den Landesparteitag an vier verschiedenen Standorten in Präsenz und digital gleichzeitig zu organisieren. Man mache von der jüngsten Änderung des Parteiengesetzes Gebrauch, die es ermögliche, Parteitage mit Wahlen an verschiedenen Orten zu organisieren.