Baden-Württemberg

CDU-Spitzenkandidatin Eisenmann verliert an Zustimmung

Susanne Eisenmann
Susanne Eisenmann (CDU), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archiv © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Weniger als ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg rutscht die CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann in der Gunst der Wähler nach unten. Sie überzeugt derzeit nur 24 Prozent aller Befragten, wie aus einer am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Befragung von Infratest dimap für den Südwestrundfunk und die «Stuttgarter Zeitung» hervorgeht. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als noch im April. Allerdings geben vier von zehn Personen an, sie nicht zu kennen und deshalb die politische Arbeit nicht beurteilen zu können. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellten 77 Prozent ein positives Zeugnis aus.

Wenn man den Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg direkt wählen könnte, würden sich sogar nur 13 Prozent für Eisenmann entscheiden. 66 Prozent favorisieren hingegen Kretschmann als Regierungschef.

«Wir freuen uns über den starken Rückhalt für unseren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und über den starken Rückenwind für uns Grüne in Baden-Württemberg», teilten die Grünen-Landesvorsitzenden Detzer und Oliver Hildenbrand mit. «Wir werden weiter mit ganzer Kraft dafür arbeiten, dass unser Land gut und sicher durch die Krise und nachhaltig und erfolgreich aus der Krise kommt.»

An der politischen Stimmung in Baden-Württemberg hat sich im Vergleich zum Frühjahr wenig verändert. Die Grünen kommen wie bereits im April auf 34 Prozent, die Christdemokraten büßten einen Prozentpunkt ein auf 29 Prozent. Die SPD liegt unverändert bei 11 Prozent, die FDP unverändert bei 6 Prozent. Die AfD sinkt um einen Prozentpunkt auf 11 Prozent. Die Linke legt leicht zu, würde aber mit 4 Prozent immer noch nicht in den Landtag einziehen.

Die Union profitiert weiterhin vor allem im Bund vom Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Krise. Das gab auch den Christdemokraten im Südwesten zuletzt ordentlich Schub. Ende April - mitten in der Corona-Krise - fuhr die CDU im sogenannten BW-Trend von Infratest dimap mit 30 Prozent den besten Wert seit Februar 2016 ein. Aber der beliebte Grünen-Politiker Kretschmann, der das Land seit 2011 regiert, bleibt damit für Eisenmann ein harter Gegner.

«Mit 29 Prozent sind wir natürlich nicht zufrieden», sagte CDU-Generalsekretär Manuel Hagel der Deutschen Presse-Agentur. «Da geht deutlich mehr.» Umfragen seien derzeit aber sehr volatil. Man arbeite nicht für Umfragewerte, sondern für die Menschen im Land. «Mit Susanne Eisenmann haben wir eine Spitzenkandidatin mit großer Leidenschaft, mit hohem Engagement und mit einer positiven Dynamik an der Spitze.» Entschieden werde am 14. März 2021.

Die Bürger im Land zeigen sich der Umfrage zufolge mehrheitlich zufrieden mit der Regierungsarbeit. 67 Prozent der Befragten sehen die Arbeit von Grün-Schwarz positiv - der beste Wert für die Landesregierung in der laufenden Legislaturperiode. 87 Prozent der Grünen-Anhänger sehen das so und 81 Prozent der CDU-Anhänger. Aber auch sieben von zehn SPD-Anhängern äußern sich wohlwollend. 74 Prozent der AfD-Anhänger sind hingegen mit der Regierungsarbeit weniger oder gar nicht zufrieden.

Mehr als jeder vierte Befragte (27 Prozent) wünscht sich der Umfrage zufolge eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. 59 Prozent halten die geltenden Regeln für ausreichend. 12 Prozent gehen die Maßnahmen zu weit - sie glauben, dass die Corona-Vorgaben übertrieben seien.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zeigen sich die Baden-Württemberger wieder etwas optimistischer: Machten sich im April noch 56 Prozent der Befragten große bis sehr große Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate, sind nun nur noch 42 Prozent beunruhigt.