Baden-Württemberg

Chef des LEB fordert kleinere Klassen und mehr Lehrer

Landeselternbeirats-Chef Baden-Württemberg, Michael Mittelstaedt
Landeselternbeirats-Chef Baden-Württemberg, Michael Mittelstaedt. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Karlsruhe (dpa/lsw) - Kleinere Klassen und mehr Lehrer fordert der Chef des Landeselternbeirats (LEB), Michael Mittelstaedt. «Die Krise hat uns erneut vor Augen geführt, dass der Klassenteiler gesenkt werden muss und man mehr Lehrer braucht», sagte Mittelstaedt im Interview mit der «Heilbronner Stimme» und dem «Mannheimer Morgen» (Donnerstag). Es mache keinen Sinn, Gruppen mit 25 oder 30 Kindern zu unterrichten. «Mit kleineren Klassen ergibt sich eine viel bessere Unterrichtsqualität. Bildung kostet halt Geld», betonte der LEB-Vorsitzende.

Viele Klagen hört Mittelstaedt derzeit über die «Flut von Verordnungen und Erklärungen» wegen der Corona-Pandemie: «Keiner versteht mehr, welche Regeln gelten. Wer darf sich wann unter welchen Bedingungen treffen? Wie sind Elternabende unter der Pandemiestufe 3 möglich? Was ist online möglich?»

Weil es wohl nicht der letzte Winter unter Corona-Bedingungen sei, müsse man überlegen, was zu tun ist: «Wenn wir von zwei Wintern ausgehen, ist es naiv, alle 20 Minuten die Fenster aufzureißen. Das ist ein Notbehelf, der nichts mit einer geregelten Vorgehensweise zu tun hat.» Er forderte für den Fall Raumluftreiniger und Trennwände zwischen den Schülern.

Auch müssten sich Eltern auf eine stabile Betreuung der Kinder durch die Schule verlassen können. Eine Notlage von ein, zwei Wochen sei nicht das Problem. Aber, so unterstrich Mittelstaedt in dem Zeitungsinterview: «Eltern können doch nicht einfach ihren Job ein halbes Jahr an den Nagel hängen, um ihre Kinder zu betreuen. Ich verstehe die Mütter und Väter, die sagen, dass Schule primär außer Haus stattfinden muss.»