Baden-Württemberg

Corona-Bilanz: Steuereinnahmen bei Kommunen 2,2 Milliarden geringer

Geldscheine
Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild © Daniel Reinhardt

Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg (dpa/lsw) - Die Steuereinnahmen der Kommunen im Südwesten werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 2,2 Milliarden Euro geringer ausfallen als vor einem Jahr erwartet. Durch die Corona-Krise ist nach Angaben des baden-württembergischen Städtetags vor allem die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle eingebrochen. Die Gewerbeeinnahmen werden der Städtetag-Prognose zufolge etwa 1,7 Milliarden geringer ausfallen als im vergangenen Jahr vorausgesagt. Insbesondere um höhere Ausfälle zu kompensieren, greifen Bund und Länder Kommunen mit Hilfspaketen unter die Arme und gleichen fehlende Gewerbesteuereinnahmen aus.

Den Kommunen wird derzeit mit einem Stabilitäts- und Zukunftspakt zwischen Land und den Städten sowie Gemeinden in Höhe von mehr als 4 Milliarden Euro geholfen. Insgesamt konnte nach Ansicht des Städtetags dadurch eine faire Lastenteilung gefunden werden. Anders als für das Jahr 2020 sind für 2021 und die Jahre darüber hinaus aber bisher noch keine Finanzhilfen des Bundes oder des Landes in Aussicht gestellt, kritisiert der Städtetag.

Trotz der Hilfen rechnen Kommunen mit größeren Lücken in den Kassen. Bei den ausbleibenden Gewerbesteuererlösen in Höhe von gut 80 Millionen Euro, die zum Teil von Bund und Ländern ausgeglichen werden, bleibt nach Angaben der Stadt Karlsruhe unter dem Strich ein Ausfall von etwa 20 Millionen Euro für die badische Metropole. Bei der bisherigen Prognose zu den Auswirkungen der Pandemie kommt die Stadt Stuttgart trotz Unterstützung von Bund und Ländern auf Ausfälle in Höhe von 290 Millionen Euro. Die Stadt Freiburg ermittelte für das aktuelle Jahr ein Corona-Defizit in Höhe von etwa 17 Millionen Euro.