Baden-Württemberg

Corona-Impfungen: Land fordert Klarheit für Schwangere von der Stiko

Ein medizinischer Mitarbeiter hält eine Impfspritze in der Hand
Ein medizinischer Mitarbeiter hält eine Impfspritze in der Hand. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild © Sina Schuldt

Heilbronn (dpa/lsw) - Baden-Württemberg hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, bei Corona-Impfungen von Schwangeren und Stillenden eine klare Empfehlung abzugeben. Der Amtschef des Stuttgarter Sozialministeriums, Uwe Lahl ,schreibt in einem Brief an den Stiko-Vorsitzenden Thomas Mertens, es gebe leider nach wie vor keine eindeutige Empfehlungslage zur Impfung von Schwangeren.

«Dies führt bei der Ärzteschaft, aber auch unter den Schwangeren selbst zu Unsicherheiten. Diese werden dadurch noch verstärkt, dass andere Gremien und Fachgesellschaften im In- und Ausland sich mittlerweile klar für eine Impfung von Schwangeren aussprechen», zitierten die «Heilbronner Stimme» und der «Südkurier» (Mittwoch) aus dem Schreiben.

Darin erklärte Lahl, dass in Baden-Württemberg nach Schätzungen von Intensivmedizinern rund fünf Prozent der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten Schwangere seien. Am vergangenen Montag wurden auf den Südwest-Intensivstationen 172 Covid-19-Fälle behandelt. «Wir sehen auch, dass die vierte Welle derzeit insbesondere in den jungen Altersgruppen an Fahrt aufnimmt und auch immer mehr junge Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, darunter auch zunehmend Schwangere.»

Laut Lahl gebe es bei einer Covid-19-Infektion während der Schwangerschaft ein sechsfach höheres Risiko für eine intensivmedizinische Behandlung im Vergleich zu Nicht-Schwangeren - und eine 26-fach erhöhte Sterblichkeit von Schwangeren mit Covid-19 im Vergleich zu Nicht-Schwangeren im selben Alter. Neugeborene von während der Schwangerschaft mit Corona infizierten Frauen müssten zudem dreimal häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden.

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