Baden-Württemberg

Corona-Pandemie: Bibliotheken trotzen den Einschränkungen

Eine Mitarbeiterin legt ein Buch in die Quarantänebox
Eine Mitarbeiterin legt in einer Bibliothek ein Buch in die Quarantänebox. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Bibliotheken im Südwesten haben trotz zahlreicher Einschränkungen durch die Corona-Verordnung geöffnet. Anders als Museen oder Kinos bieten sie den Menschen weiter Kultur, Bildung und Unterhaltung.

Dennoch ist der Betrieb in den rund 800 öffentlichen Bibliotheken in Baden-Württemberg ein anderer. Online-Medien sind mittlerweile viel stärker nachgefragt und übertrumpfen bei der Nachfrage die klassischen Bücher und andere physische Medien. Der Zugang zu den Gebäuden ist vielerorts beschränkt, ein Schmökern am Regal nicht möglich. Stattdessen setzten die Bibliotheken auf Lieferdienste und Abholservices.

In Ulm etwa werden Bücher oder Filme kostenlos von der Stadtbibliothek nach Hause geliefert. Die Stadtbibliothek Stuttgart stellt Lesern Überraschungspakete zusammen, die dann abgeholt werden können. Bei den wissenschaftlichen Bibliotheken wie etwa der Unibibliothek Konstanz bereitet vor allem das geringere Angebot an Arbeitsplätzen Probleme. Statt 1700 stehen aufgrund von Abstandsregeln derzeit nur 500 Plätze zur Verfügung, wie Direktor Oliver Kohl-Frey sagte.

Während viele Häuser bereits einen neuen Umgang mit der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen gefunden haben, droht im kommenden Jahr ein neues Problem. Da die Haushalte der Kommunen durch die Corona-Krise bereits jetzt unter Druck stünden, rechne sie 2021 mit finanziellen Einschnitten, sagt Andrea Krieg, Geschäftsführerin des Landesverbands des Deutschen Bibliotheksverbands. Hier sehe sie im Zweifel auch das Land am Zug, den Bibliotheken unter die Arme zu greifen. Neben den laut Statistischem Landesamt 785 öffentlichen Bibliotheken in kommunaler Trägerschaft gibt es neun Unibibliotheken und zwei Landesbibliotheken in Baden-Württemberg.